Oh ja, ich war letzten Freitag vor einer Woche in Zürich am David Byrne Konzert. Ich kam nur noch nicht dazu darüber zu berichten.
Es war interessant wie jedes Konzert mit nummerierten Sitzplätzen interessant ist. Die erste Reihe war dann auch nicht die erste Reihe sondern nur die zweite, aber das ist man ja auch von anderen Veranstaltungen gewohnt.
Das Publikum war durchwachsen von jung über mittelalt zu alt. So wie Gauda eben. Da ich in der vermeintlich ersten Reihe saß kann ich über das was sich hinter mir abgespielt hat wenig Auskunft geben, denen auf der Bühne hat der Enthusiasmus und die Begeisterung aber ganz offensichtlich gefallen und gut getan (am Ende gab es dafür sogar eine Zugabe mehr als sonst üblich) so etwas erleben zu dürfen finde ich immer schön.
Ich habe zwischendurch auch meine neue Errungenschaft an Gadgets ausprobiert. Die Zx1 HD-Mini-Mini-Videokamera von Kodak. Zu der schreibe ich eventuell noch einen extra Bericht, aber dazu muss ich sie noch bei Außenaufnahmen testen. Die Zx1 ist jedenfalls bei Innenaufnahmen nicht sonderlich berauschend. Ihr könnt es ja selbst im YouTube-Fenster sehen. Manchmal relativ am Anfang einer Aufnahme beginnt sie sogar den Ton zu verzerren als ob da drinnen ein Band laufen würde und nicht der 16 GB Speicherchip. Vielleicht ist aber auch nur der Speicherchip zu langsam. Den Hochgeschwindigkeitschip konnte ich mir aber nicht leisten und 15 MB/s sollten doch allemal genug sein, oder braucht es wirklich die 30, zum 3 1/2 fachen Preis?
Ich habe David Byrne bewundert. Mit welcher Leichtigkeit er die zwei Stunden Konzert ohne Pause über die Bühne brachte. Er ist ja auch nicht mehr der Jüngste, hat aber wohl mehr Kondition als ich.
Die Tänzer haben mich übrigens am Anfang sehr irritiert. Es sah alles so dilettantisch aus. Kraut und Rüben, Kreuz und Quer…die Choreographie nicht allen Ernstes eine Choreographie. Es sah über weite Strecken eher wie Improvisation aus. Andererseits waren dann doch Elemente enthalten die einer gewisse Koordination bedurften. Schlussendlich habe ich mich damit ausgesöhnt und mir gesagt, das ist so gewollt, anders lässt es sich nicht erklären und es würde auch zu David Byrne passen, denn er war nie angepasst und für das Geradlinige zu haben.
Es war jedenfalls ein gelungener Abend und sein Geld Wert, es hat zwar eine Weile gedauert bis die Massen sich tanzend vor die Bühne wagten, im zweiten Drittel sind sie dann aber vorgeschwappt. Mir war es gleich, da ich so steife Sitzplatzkonzerte sowieso nicht leiden kann.
Jetzt sind es noch 51 Tage bis zu den Pet Shop Boys in Zürich. Ganz ohne Sitzplätze, das wird ein Spaß.
Die Kritiker überschlagen sich ja seit einer guten Woche mit Lobeshymnen auf die neue Pet Shop Boys CD genannt Yes. Ich hatte sie schon vor einiger Zeit im iTunes Shop vorbestellt und vor einer Woche dann, es war Freitag Morgen und ich frisch in Leipzig angekommen, lud iTunes die CD dann plötzlich und ohne Vorwarnung (gut es kam eine E-Mail, aber plötzlich und ohne Vorwarnung klingt besser) auf meinen Mac.
Meine Stimmung, die wegen Leipzig und all der tollen Dinge die ich an diesem Wochenende vor hatte ohnehin bereits einen Höhepunkt erreicht hat, schlug mit einmal über diesen Höhepunkt hinweg, zu einer selten da gewesenen Euphorie aus.
Love etc. und Co. liefen sofort in der Endlosschleife und ich hüpfte auf meine alten Tage durch die Wohnung wie ich es zuletzt im Jahr 2001 in Wien zu den Klängen von Sash! tat und 2002 in Düsseldorf zu, hmmm, ich weiß nicht mehr, ich glaube es war Gigi, aber egal da war ich frisch verliebt, das zählt nicht.
Ich muss eingestehen, dass ich Yes. als Gesamtwerk trotzdem nicht über David Byrnes und Brian Enos Everything That Happens Will Happen Today stellen kann. Im Einzelnen aber phänomenal. Love etc. mit seiner eingehenden kleinen Melodie die es trägt und Pandemonium. Was soll ich zu Pandemonium sagen, das sind die Pet Shop Boys wie wir sie von It’s a sin, Can you forgive her, Always on my mind und Suburbia kennen und lieben. Bisher gespielt Counter: 143 (in einer Woche!) und damit bereits auf Platz 19 meiner All Time Besten Liste. Home von David Byrne und Brian Eno rangiert übrigens auf Platz 12 mit 175 und wen es noch weiter interessiert Blue Headlights von Shout Out Louds ist die Nummer 1 mit 305. Da ich Listen mag, werde ich das vielleicht noch im Blog extra einrichten, dann seid ihr immer im Bilde.
Right Freezeray…
Yes ist der nächste logische Schritt. Neil und Chris lieben die Abwechslung und nach einem anspruchsvolleren Album folgt mit schöner Regelmäßigkeit seit 25 Jahren ein Pop-Album. Und diesmal ist es das gelungendste Pop-Album seit, ja seit Please im März 1986? Nein nicht allen Ernstes, es gab danach noch viel zu viele gute Pop-Alben. Die Orange Legobox zum Beipiel genannt Very oder Bilingual oder Nightlife oder Fundamental und und und…
Aber zurück zu Yes. Die CD gibt es auch in einer Sonderfassung wie immer bei den Pet Shop Boys genannt Yes, Pet Shop Boys etc. und gerade gestern angekündigt in einer auf 300 Stück limitierten Vinyl Ausgabe. Jeder Song auf einer eigenen 12 ” Vinyl zu einer Box zusammengefasst und jedes Cover in einer anderen Pantone Farbe bedruckt. Aufgelegt ergeben die einzelnen Cover einen großen Haken wie er am Originalcover zu sehen ist.
Und zu guter Letzt gehen die Pet Shop Boys wieder auf Tour. Derzeit sind 4 Termine in Deutschland und ein Termin in der Schweiz bestätigt. Stuttgart am 14. Juni 2009, Zürich am 15. Juni, 24. Juni in Köln, 25. Juni in Berlin und am 26. Juni in Leipzig. Und dreimal dürft ihr Raten wofür ich bereits Karten habe. Genau, für Leipzig. Der Ticketverkauf für Zürich startet am Montag den 30. März. Und da werde ich auch noch einmal zuschlagen. Stuttgart und Köln würde mich auch noch reizen, aber da passen mir die Termine nicht ins Konzept. Stuttgart ist nur einen Tag vor Zürich und Köln ist Mitten in der Woche. Aber zweimal ist schon besser als einmal oder keinmal. Nicht? ;o)
PS: Jetzt auch mit Link zum Konzert in Zürich. Meine Karte habe ich bereits, jetzt dürft ihr. ;o)
Ja, der Titel ist dieses Mal nicht von mir, sondern von David Byrne. Ich bin so glücklich, dass ich gestern einen Artikel über diese neue CD gelesen habe, denn David Byrne hat mich schon immer begeistert. Ich spreche natürlich vom Talking Heads David Byrne.
Zurück in die 80-er, einige werden das vielleicht nicht mögen, aber hier stimmt alles. David Byrne hat nach fast 30 Jahren wieder eine CD mit Brian Eno aufgenommen. Und zwar keine CD die von heute auf morgen entstand, sondern eine die über viele Jahre und ohne Druck etwas beweisen oder gar fertigstellen zu müssen gewachsen ist.
David Byrne ist sein Sarkasmus nicht abhanden gekommen und Brian Eno nicht sein Sinn für gute Musik die mal skurril und mal sehr als Ohrwurm daherkommt.
Home ist derzeit mein Favorit, aber jeder soll selber seinen Favoriten herausfinden. Eigentlich sind alle Songs exzellent.
Eines ist noch sehr interessant, die Musik gibt es nur auf deren Homepage und in drei (eigentlich sechs) verschiedenen Fassungen. Einmal als “nur” download, einmal als download plus CD und einmal als Über-Drüber-Super-Duper-Sonder-Edition. Letzteres sehr teuer, gebe ich zu, man bekommt aber dafür vier extra Songs, ein Video und eine Verpackung die sich sehen lassen kann. Für 8.99 Dollar ist man mit einem simplen Download bereits dabei. Es handelt sich um 320 kbps MP3-Files und zwar ohne Kopierschutz. Wer es mag kann alle drei Pakete zusätzlich auch im FLAC Format haben. Ein Komprimierungsverfahren ähnlich dem MP3-Format aber lossless. Dazu benötigt man jedoch extra Software. iTunes kennt das nicht.