Archiv für Remember: Das Leben ist nur ein Spiel

Besoffen und cool

Gestern im Bus. Ich schreibe ja üblicherweise nicht über andere, aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen. Ich hüpfe also in den Bus und hinter mir eine Frau noch rauchend, ich liebe das ja wenn sie schon im Bus stehen und dann noch einmal an ihrer Zigarette ziehen, ebenso hinein – ähh – gewankt. Sie hat es dann noch auf einen Platz geschafft. Mit einem Mal, nachdem der Geruch der Zigarette etwas vergangen war, kam der Alkoholdunst. Ich kann euch sagen. Ich fuhr zum Glück nur vier Stationen. Wenn ich mit diesem Bus bis in die Stadt gefahren wäre, wäre ich wohl alleine von den Dämpfen betrunken gewesen und drei Tage nicht mehr erwacht.

Dem noch nicht genug, steigt bei der zweiten Station ein Mann ein. Vom Alter schwer einzuschätzen. Er trägt Brille und Armlänge bis zum Knie, seine Arme nicht die Jackenärmel. Vielleicht ist das gerade modern, ich weiß es ja nicht. Er beginnt von Vorne im Bus jeden Sitzplatz genauer zu inspizieren. Und zwar nicht die Sitzplätze die frei sind, sondern jene auf denen jemand sitzt. Er sieht wohl schlechter als es die kleine Brille erahnen lässt. Irgendwann ist er auch Hinten im Bus angelangt und setzt sich neben mich. Seine Augen starrten in alle Richtungen, wörtlich genommen! Kein Wunder also, dass er jeden aus der unmittelbaren Nähe betrachten musste und dabei auch den Kopf so komisch drehte. Wie sollte er sonst fokussieren können.

Von mir ließ er dann bald ab und setzte sich gegenüber neben ein junges Mädchen. Gaffte sie genau so an wie alle anderen und setzte sich dann cool hin. Seine Beine waren übrigens doppelt so lang wie seine Arme, ihr könnt euch also vorstellen wie cool das aussah, als er das eine Bein auf der gegenüberliegenden Seite seines Platzes parkte und eine Hand an der Haltestange festmachte. Dabei natürlich immer cool zu dem Mädl neben sich blickend. Ich beneidete sie nicht. Und ich war froh zwei Stationen weiter aus dem Bus wanken zu dürfen.

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Jetzt weiß ich wie das war

Der Spiegel hat eine Grafik für Dummies erstellt, in der ganz einfach und für jeden verständlich aufbereitet wurde warum die ganze Finanzmisere überhaupt passieren konnte.

Ich finde das toll. Schuld hat danach zu allererst die amerikanische Notenbank mit ihrer Niedrigzins-Politik. Ich wusste ja, die Amerikaner sind die Besten.

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Bankenkrise – Wirtschaftskrise?

Kann mir einer da draußen erklären was da gerade in der Welt mit der Bankenkrise vor sich geht? Haben sich da zu viele Menschen zu viel Geld ausgeliehen und können es jetzt von einem Tag auf den anderen nicht zurückzahlen? Haben zu viele windige Spekulanten Geld aus dem System gezogen und nicht wieder eingebracht? Warum darf man überhaupt spekulieren? Warum gibt es Aktiengesellschaften?

Handel mit Rohstoffen ist ja schön und gut, aber warum spekuliert man auf die Preise von Rohstoffen in einem halben Jahr? Das ist doch nichts anderes als ein teures Glücksspiel. Oder sehe ich das falsch?

Vor zwei Jahren habe ich gesagt, in fünf Jahren ist der Kapitalismus Geschichte. Gehen wir schneller darauf zu? Gibt es tatsächlich Auswege aus der Krise die nicht auf weiteren Spekulationen aufbauen?

Auch wenn der Beitrag Kraut und Rüben mischt, hat jemand einfache Antworten?

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Schattenfugen – reloaded

Ich habe wieder einmal beim boesner eingekauft.

Einige von euch kennen vielleicht mein Schattenfugenerlebnis von vor einigen Jahren mit dem boesner in Wien. Nina hat darüber ausgiebigst berichtet.

Nun, jetzt war ich vor etwa zwei Wochen zum ersten Mal in Leipzig beim boesner, um mir einen weiteren Rahmen für ein Nina-Original (welches mir Nina vor zwei Jahren zum Geburtstag schenkte und noch immer bei ihr liegt) zu kaufen.

Ich habe bisher vier solcher Rahmen und jeder hat ein Passepartout in einer anderen grellen schönen Farbe. Vor zwei Wochen also setzte ich mich hin und habe das Loch in den bisherigen Passepartouts ausgemessen damit ich weiß wie ich den neuen Passepartout zuschneiden lassen muss.

Gut. Gerade eben war ich beim boesner um meinen Passepartout abzuholen. Und oh Schreck, das Loch sah so furchtbar groß aus. In meiner Erinnerung war es bei den anderen Passepartouts viel kleiner. Der Herr dort hat nach meinen Angaben noch einmal alles nachgemessen und sie haben in der Tat keinen Fehler gemacht.

In der Straßenbahn dann habe ich nachzudenken begonnen. Habe die Maße von A3 Blättern im Kopf Revue passieren lassen und dann ging plötzlich eine Lampe an.

Ich habe Scheiße gebaut. Frei nach Handwerkermanier habe ich nämlich mein Maßband nicht bei 0 angelegt sondern bei 10 cm, um das Loch exakter ausmessen zu können. Und ihr könnt euch jetzt schon denken worin mein Fehler bestand. Richtig. Ich habe vom Endmaß die 10 cm nicht abgezogen. Jetzt ist das Loch 39,3 cm x 51,7 cm statt 29,3 cm x 41,7 cm. Die Freude ist groß, der Ärger über meine Blödheit noch viel größer.

Ich muss also noch zwei Mal zum boesner in die Baumwollspinnerei fahren (einmal Bestellen und einmal Abholen). Und wer weiß wo die Baumwollspinnerei in Leipzig ist und wie weit das vom Zentrum entfernt ist und das schon einmal mit Straßenbahn und zu Fuß zurückgelegt hat, der weiß dass der Spruch “Was man nicht im Hirn hat muss man in den Beinen haben”, hier absolut nicht unangebracht ist. Merde.

Hat jemand ein Bild für mich in den Maßen 39,5 cm x 52 cm?

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Verliebt, Verlobt, Geschieden oder Wir sollten alle öfter Ding verwenden

Ja geht denn das?

Ich stelle mir die Frage, ob es möglich sei mich in Dinge zu verlieben und ob sich dabei das gleiche Gefühl einstellt wie wenn ich mich in einen Menschen verliebe.

Ich hatte gestern einen Schub und mich in ein Ding verliebt. Ich war erschlagen, ich konnte an nichts anderes mehr denken. Genau so war es jedes Mal wenn ich mich in einen Menschen verliebt hatte. Ich konnte bis zu einer Woche nicht mehr gerade Denken, nachdem ich diesen Menschen gesehen, gesprochen, gefühlt hatte und dann Abschied nehmen musste auf unbestimmte Zeit.

Ich saß gestern also da und meine Gedanken rasten von einer Ecke in die nächste und wieder zurück. Es spannen sich Fäden (vielleicht war ja auch die kleine Spinne daran schuld, die ich am gestrigen morgen im Spiegel in meinen Haaren herumtanzen sah und dann nicht zu fassen bekam), woben sich zu Tagträumen erster Güte bis ich dann Abends endlich nach Hause gehen durfte.

Nicht nach Hause ging es jedoch, sondern zum Einkaufen und ich spürte auf dem Weg da hin die Schmetterlinge im Bauch flattern, die Abendsonne schien mir ins Gesicht, ich dachte nicht daran, dass wir eigentlich bereits Sommerbeginn haben, Zeit war in diesem Moment nicht existent. Das Ding hatte mich voll in seinen Bann gezogen. Das Ding beherrschte mich.

Dann bei Migros, wieder einmal (ja, ich habe den Kassenbon kontrolliert und der junge Mann an der Kasse hat seinen Job gut gemacht), läuft mir eine etwas hektisch wirkende jüngere Frau über den Weg. Sie war sehr verschwitzt, so als ob sie gerade aus dem Gym kam und nun ganz rasch ihre Einkäufe erledigen musste, um schnell nach Hause zu kommen. Sie faszinierte mich. Sie faszinierte mich in meiner Ding-Verliebtheit so sehr, dass auch ich meine Schritte beschleunigte und meine Einkäufe rasch zu einem Ende bringen wollte, nur damit ich an der Kasse noch einen Blick von ihr erhaschen konnte.

Sie war dann an der Kasse neben meiner, mit dem Rücken zu mir. Der Schweiß zeichnete sich am Rücken auf ihrem roten T-Shirt ab und sie trippelte nervös hin und her, da ihre Kassiererin kurz austreten musste und ich an der Nebenkasse dann trotz späterem Eintreffen schneller fertig war als sie. Ich stellte mich dann mit meinem Einkaufswagen so, dass ich sie sehen konnte wie sie ihren großen Migros-Sack packte und sie danach unweigerlich noch einmal an mir vorbeilaufen musste.

Ich blickte sie an, sie blickte mich an.

Dann war sie dahin und ich ging wieder mit Schmetterlingen im Bauch, an mein Ding denkend, in den warmen Sommerabend.

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