Archiv für Lesespaß

Der Abscheuliche Charles Christopher

Es gibt einen neuen Webcomic für das deutschsprachige Publikum. Und Schuld daran ist nur Nina. ;o) Sie hat mich Mitte letzter Woche darauf aufmerksam gemacht, dass Karl Kerschl sich für seinen englischsprachigen Webcomic The Abominable Charles Christopher gerne deutsche und französische Übersetzungen wünschen würde. Und da sowohl ihr als auch mir dieser Webcomic sehr gut gefällt, habe ich kurzerhand Karl gefragt ob er damit einverstanden wäre, wenn wir seinen Webcomic ins Deutsche übersetzen.

Der Abscheuliche Charles Christopher

Er war einverstanden, so sehr sogar, dass ich mich noch in der Nacht hinsetzte und alles notwendige in die Wege leitete. Und heute, nur fünf Tage nach diesem denkwürdigen Abend sind die ersten Folgen auch schon online.

Anfangs zweimal wöchentlich (Sonntag und Mittwoch) später, wenn wir mit Karls Veröffentlichungen gleichgezogen haben, nur noch einmal wöchentlich (Mittwoch) wird es einen neuen Strip geben. Für den Anfang gibt es gleich zwei Strips, damit der Einstieg leichter fällt.

Der Abscheuliche Charles Christopher

Und wer jetzt die Frage auf den Lippen hat: Warum Abscheulich? Den muss ich vertrösten. Ihr werdet es genau wie wir eines schönen Tages herausfinden. ;o)

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Tippgemeinschaft

Ich wollte noch anbringen, dass man seit letztem Jahr Auszüge aus der Jahresanthologie des DLL (Deutsches Literaturinstitut Leipzig) auch als Hörbuch gelesen bekommen kann. Extra für all jene die sich die Tippgemeinschaft nicht kaufen wollen, aber trotzdem einmal hören wollen wovon ich immer spreche.

Die Texte werden nicht von den AutorInnen selbst gelesen, was manchmal gut und manchmal schlecht ist. Diana Feuerbach hat letztes Jahr sogar vor der Lesung gesagt, dass sie ganz bewusst einen anderen Text als jenen der Tippgemeinschaft 2007 liest, da sie sich scheut mit ihrem im Hörbuch toll gelesenen Text zu konkurrieren. Meine Meinung war dann nach der Lesung, dass ich ihre Scheu nicht ganz verstehe, denn Diana Feuerbach hat so gut gelesen, dass ich während ihrer ganzen Geschichte wie in Trance nur noch ihre Stimme wahrgenommen habe. Das war ein Erlebnis der besonderen Art und ich würde vieles geben sie noch einmal Lesen zu hören.

So hier nun aber die Links zu den Hörbüchern Tippgemeinschaft 2007 und Tippgemeinschaft ’08.
Bei der TG ’08 findet man übrigens auch den Text von Bettina Knoth von dem ich in einem meiner vorherigen Einträge sprach. An dieser Stelle auch ein herzliches „Hallo Bettina“ ;o), ganz in der Tradition eines Mark Kermode und Simon Mayo. Und natürlich auch ein „Hallo Kai Gero Lenke“.

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Leipzig – Buchmesse – 4.Tag

Wahnsinn.

Heute war sicher wieder die Hölle los auf der Buchmesse. Verratene, verkaufte und geknebelte quasi-Bohème-Literaten saßen sicher wieder in ihren viel zu engen Pappkartons (die die ich meine wissen schon wen ich meine) und die restliche Menschheit suchte Schutz vor der Kälte des Alltags, obwohl sie sich dazu erst dem Regen und Wind aussetzen mussten.

Ich habe heute um 10 Uhr das erste Auge geöffnet, habe dem prasselnden Regen gelauscht, mir ein ausgiebiges Frühstück bereitet und bin anschließend bis 18 Uhr wieder im kuscheligen Bett verschwunden.

Ich bewundere euch da draußen an der Bücher-Front, ihr seid tapfer. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.
Aber erst, Freunde, kommt der Comic-Salon in Erlangen von 22.5. – 25.5.2008 (die zum ersten Mal stattfindende Litera in Linz/Österreich Ende April lasse ich kalt lächelnd aus).

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Leipzig – Buchmesse – 3. Tag

Der Samstag stand dann wie jedes Jahr unter dem Zeichen der Cosplayer. Um 11 Uhr war der obligatorische Cosplay-Wettbewerb. Wir schlugen daher (der Termin wurde uns erst auf der Messe bewusst, aber als gelernte Empathen war das schon am Morgen klar) erst um 13:30 Uhr auf der Messe auf. Gerade noch rechtzeitig für eine am Ende dann doch hitzige Diskussion über Bücher und Thunfischdosen. Viele neue Erkenntnisse hat die Diskussion dann aber nicht gebracht. Wir schalten daher weiter und verdrängen das Gehörte.

Nach einem ausgezeichneten Flammkuchen mit Schafkäse, getrockneten Tomaten und frischem Rucola und dem schlechtesten Cidre den ich in meinem Leben getrunken habe, ging es noch zum Smalltalk zum Avant-Verlag, Hannes raubt mir immer so schön meine Illusionen. Ich gebe ihm ja grundsätzlich Recht, aber andererseits was kostet die Welt und Geld ist sowieso hoffnungslos überschätzt, genau wie Mahler (Video ansehen!) vs. unseren Tod und Mädchen- Comic von Nina Ruzicka ;o).

Mehr war dann auf der Messe selbst nicht mehr zu tun, ich wollte nur noch weg, um nicht die vielen Cosplayer und deren nackte Haut (die man eigentlich gar nicht sehen will) in farblich nicht zu ihrem Typ passenden Kostümen (die man eigentlich auch gar sehen will) weiter betrachten zu müssen. Wir haben dann aber doch noch eine Runde durch den Comicbereich gemacht. Wir waren tapfer und mit einer gehörigen Portion Masochismus an die Sache herangegangen. Es reicht jetzt wieder für ein halbes Jahr. Frankfurt, ick hör dir trapsen!

Abends dann die Release-Party der Tippgemeinschaft ’08 im DLL in der Wächterstraße. Mit einem Moderatoren-Duo dessen eine Hälfte charmant ausgedrückt an Michelle Hunziker und ihre Moderatoren-Auftritte beim Eurovision-Song-Contest erinnerte, einer Leipziger Stadtschreiberin aus Australien (Vanessa Berry) die kein Wort Deutsch sprach und leider auch noch erkältet war und deshalb ihre englische Lesung genervt abbrach und fünf DLL-StudentInnen die ihre Texte vorbrachten. Mein erster Eindruck der diesjährigen Tippgemeinschaft war ein nicht ganz so überzeugter wie jener der vergangenen Jahre. Ich stelle mir ehrlich die Frage, ob sich da nicht gewisse Ermüdungserscheinungen einstellen. Es ist jedoch unfair, ohne die gesamte Tippgemeinschaft gelesen zu haben, ein abschließendes Urteil zu fällen. Ich werde daher später noch einmal darauf zurückkommen.

Ein einziger Text des Abends konnte mich dann aber doch noch halbwegs mit dem dieses Jahr erlebten aussöhnen: Bettina Knoth las Verkehrt. Eine fantastisch fantastische Geschichte. :o )

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Leipzig – Buchmesse – 2. Tag

Die Katerstimmung nach der 3L ging langsam vorbei und ein Termin war wie jedes Jahr ein Pflichttermin. 11:30 Mehrzweckfläche 4. Das DLL stellt sich vor. Dieses Jahr wieder durch Herrn Treichel. Drei junge Studenten am Beginn ihres zweiten Semesters hatten auch ihre Texte mitgebracht. Kai Gero Lenke sticht dabei am deutlichsten heraus und sein Text über zwei Brüder, einen Hasen und einen Unfall kann überzeugen. So sehr, dass ich, nachdem er mir in den folgenden Stunden auf der Messe gleich zwei Mal zufällig über den Weg läuft, ihn darauf anspreche. Ich habe gelernt, dass Zufälle keine Zufälle sind, sondern das Schicksal.

Nach einem geschäftlichen Mittagessen ging es dann zum nächsten Termin mit Saša bei arte. Er war wie immer charmant, gewinnend und sehr witzig. Er zieht jeden in seinen Bann, speziell natürlich die Frauen. Nicht nur ein Mal habe ich auch im Laufe des Donnerstag Abends in der Moritzbastei erlebt, dass eine Frau fast in Ohnmacht gefallen ist als sie ihn erblickte und sich nach dem Aufwachen dann doch nicht traute ihn anzusprechen. ;o)

Den Link zu einem der Fotos gibt es dann, sobald sie ihrer Bestimmung zugeführt wurden. Kryptisch, ich weiß, aber ich will nichts verraten. Saša sprach im arte-Gespräch über sein neues Romanprojekt, über sein erst kürzlich in Graz uraufgeführtes Theaterstück und auch einiges über sich. Nichts Neues, aber nachdem ich die Erfahrung gemacht habe, dass ihn noch immer nicht die gesamte Menschheit kennt, können solche Wiederholungen nicht schaden. Ich sag nur, Leute, der Mann ist gut. Einer der besten Literaten seiner Generation. Geht also hin und kauft endlich Wie der Soldat das Grammofon repariert, wenn ihr es noch nicht habt.

Danach war der Tag für uns gelaufen (bei arte hat sich noch kurzfristig ein rhizomatisches Gefühl eingestellt, Frau Rakusa tauchte nämlich nach der Aufzeichnung der Sendung noch ebenda auf) und wir verließen eine deutlich stärker besuchte Buchmesse als am Tag zuvor, nicht ohne jedoch vorher ein weiteres Mal bei Reprodukt vorbeizusehen und dort noch zufällig Bodo Dirk treffend (der Organisator des Comic-Salons in Erlangen im Mai) über die Aktivitäten zu Pomme d’amour, unserem aktuellen Comic-Projekt, zu sprechen.

Dann stand noch ein Besuch des besten Schokoladen-Ladens La Chocolaterie in Leipzig an mit der dicksten Trinkschokolade die man sich vorstellen kann und Genüssen der besonderen Art. Kann ich nur jeden Empfehlen, der Zuckerschock hält sich in Grenzen und die Schokolade löst für einige Zeit ein breites Grinsen und Kichern aus. Eines Tages werde ich es auch schaffen am letzten Sonntag eines Monats in Leipzig zu sein, um am dann stattfindenden Schokoladen-Brunch teilzunehmen.

Der Abend war dann mit Absichtserklärungen vollgepackt. Die Lesungen bei Krautgarden in der Baumwollspinnerei waren in unserer Absicht ebenso enthalten wie die Party der Jungen Verlage im Felsenkeller. Wir haben uns dann aber festgeredet, nein, ich habe uns zu Hause festgeredet bis 4 Uhr früh. Pech gehabt. Die Unlust hat mich einfach kurzfristig gepackt.

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