Archiv für Lesespaß

Ein offener Brief, nicht ganz privater Natur und ein bisschen Google Wave…

Ich verspüre heute das Verlangen zu schreiben. Meine Gedanken sind wie jedes Jahr um diese Zeit in Aufruhr und es muss einfach raus. Alles muss raus.

Es gibt so viele mögliche Projekte die ich für den Verlag in meinem Kopf habe, das größte Problem jedoch sie umzusetzen bin ich selbst. Wobei mir nicht der Wille fehlt, sondern vielmehr die Zeit und manchmal auch das Geld.

Ein Beispiel wäre: ich würde gerne drei sehr erfolgreiche und in der amerikanischen Szene wohlbekannte Comiczeichner nach Erlangen zum Comic-Salon im Juni bringen. Ich kann für ihre Unterkunft sorgen, ich kann dafür sorgen, dass wir ein Podium bekommen bei dem wir über ihre Arbeiten sprechen können, ich kann im kleinen Rahmen ihre Werke zeigen, aber ich kann nicht für ihre Flüge aus Amerika aufkommen oder es nicht so leicht hinbekommen, dass uns Erlangen nach den Budgetstreichungen der Stadt eine größere Ausstellung ermöglicht. Ich werde es nichtsdestotrotz versuchen, mein Bauch sagt mir jedoch es wird schwer.

Andere Dinge scheitern derzeit eher am Können, denn an Zeit oder Geld. Wie zum Beispiel das electronic Publishing. Es gibt so Vieles zu erforschen und so Vieles zu probieren, ich bin total überwältigt davon.

Dazu kommt mein privates Interesse an Webserien. Das ist eine Welt für sich, eine sehr reizvolle und schöne Welt, eine Welt die an manchen Punkten auch den Verlag berührt. Auch hier muss ich leider der fehlenden Zeit Tribut zollen.

Ich kann nicht alles machen und mir fehlt jemand der sich in meinem Interessensgebiet bewegt, den gleichen Idealismus an den Tag legt und gewillt wäre beruflich ein langes Stück des Weges mit mir zu gehen. Diese Person ist aber wohl reine Fiktion und kann nur in meinem Kopf existieren, denn die Steine die es aus dem Weg zu räumen gäbe sind groß und schwer.

Deshalb kam mir der Gedanke, dass es nicht so schlecht wäre diese Bürden auf mehrere Personen aufzuteilen. Marketing, Pressearbeit, technische Skills in electronic publishing, technische Skills in Webprogrammierung und Wartung von Servern, sehr feine Design-Skills, führen eines Web-Shops (hier wäre ein Standort in Leipzig von Vorteil), sehr gute sprachliche Skills in Englisch, Französisch und/oder Italienisch, sowie den Willen vor allem Zeit und vielleicht auch Geld zu investieren und nicht den kurzfristigen Reichtum vor Augen zu haben, sondern die harte Arbeit die damit verbunden ist und den Spaß den es macht gemeinsam an einer Vision zu arbeiten. Was nicht notwendig ist, wäre die Nähe zu einem bestimmten Ort, jedoch ist eine schnelle Internet-Anbindung ein Muss.

Dies alles mache ich momentan alleine mit ein bisschen Hilfe hier und da. Ihr müsst euch vorstellen, dass es sich dabei nicht um meine Haupttätigkeit handelt, ich erledige es neben meinem 100% Job den ich brauche, um das alles so weit zu bringen, dass es auf eigenen Beinen stehen kann.

Vielleicht könnt ihr euch jetzt ein Bild darüber machen warum alles so lange dauert, warum Die Biblyothek noch nicht durchgestartet ist wie eine Rakete und warum ich immer Ewigkeiten brauche um auf E-Mails zu antworten oder neue Projekte umzusetzen.

Wenn ihr mir helfen wollt den Pfad weiterzugehen und die Geduld aufbringen könnt die notwendig ist, um Stufe für Stufe nach oben zu klettern, dann scheut euch nicht mich anzusprechen. Schickt mir eine E-Mail, einen Tweet oder eine Wave (diebiblyothek at googlewave punkt com).

Und solltet ihr nur eine Wave-Einladung wollen, das könnt ihr auch haben, schickt mir dazu eure E-Mail-Adresse, ich habe 25 Einladungen für euch.

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Beeindruckend – Beeindruckender – Kehlmann

Ich habe mir heute Vormittag den neuen Roman von Daniel Kehlmann gekauft. Der wurde im Laden wie eine Droge gehandelt und lag nicht öffentlich aus, sondern wurde nur hinter der Theke gelagert und nur auf ausdrückliches Verlangen ausgegeben.

Im Zug von Leipzig nach Bern wusste ich warum. Ich war high, die ganze Fahrt. Nein, nicht die ganze Fahrt. Es hat nur bis Karlsruhe angehalten, dann war ich das Buch durch (knapp 200 Seiten).

Was würde ich Kehlmann fragen wenn ich ihm einmal in Wien über den Weg liefe:

- Wo hast du deine Ideen?
- Wann schreibst du am liebsten?

Und ich würde sagen, ich habe dein Buch zwischen Leipzig und Karlsruhe gelesen, bis Bern hat es leider nicht gereicht.

Wer jetzt fragt: Was soll das?, dem kann ich nur raten kauft euch Ruhm. Bei Kehlmann scheint sich, so schrieb die Süddeutsche, Genieverdacht zu verdichten. Und das kann ich nur voll und ganz unterschreiben. Es ist faszinierend mit welcher Leichtigkeit er die Worte setzt. Es ist unglaublich wie gebannt ich seine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte verfolgen konnte. Nichts hat mich da rausgebracht. Ich könnte nicht sagen, dass man sehr tief eintaucht und sich in der Geschichte verliert, dazu ist es zu rasant geschrieben. Man surft sozusagen auf den Absatz-Wellen, das trifft es viel besser. Dabei steht der Leser total sicher auf dem Brett, bis er am Ende doch ins Wasser fällt. Abkühlung tut gut.

Ich sehe es absolut nicht unverdient, dass sein Buch auf der Short-List für den Leipziger Buchpreis steht. Ich kenne die anderen Bücher nicht, aber wer imstande ist mit einer derartigen Leichtigkeit den Leser gebannt bei der Stange zu halten, der muss den Preis bekommen. Meine Stimme hätte er.

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The last one, the very last one, for this year!

So, ich will euch nicht ohne einen letzten Kommentar von mir in die kalte Silvesternacht und damit ins Neue Jahr lassen.

Zieht euch warm an, außer ihr feiert auf Kiribati oder einer sonstigen Südsee-Destination.

Wie waren meine letzten Tage. Sehr erholsam. Sehr, sehr erholsam. Sehr, sehr, sehr… nein jetzt reicht es. Leipzig war mein Schokoladeparadies bei Isa und Alex und ich habe sie jeden Tag belästigt. Ich hoffe ich war nicht zu lästig. Aber nein, ich doch nicht. Gestern dann nach einer Woche Ruhe und Erholung meine Reise nach Wien.

Wien ist genauso schweinekalt wie Leipzig, nur anders. Das liegt wahrscheinlich am Slogan: Wien ist anders. Egal. Silvester die übliche Routine. Essen einkaufen und am schnellsten Wege wieder heim. Die Kopfhörer oder die Lärmschutz-Stöpsel in die Ohren, damit die Feuerwerkskörper mit der in Österreich maximal zulässigen Ladung nicht weh tun, auch wenn sie 3 km weit weg explodieren.

Die Dr. Horrible DVD ist gestern aus Amerika angekommen. Yay! Ein Commentary Musical mit von der Partie und ein normaler Kommentar und ein Making Of und die ELE Applications (wobei mir nur die ersten fünf so wirklich gefallen haben, den Rest habe ich nur angespielt und dann übersprungen). Alles in allem eine Runde Sache die DVD, aber wer hätte schon anderes erwartet. *hehe*

Dies war außerdem das Jahr in dem ich etwas getan habe von dem ich niemals gedacht hätte, dass ich es jemals tun werde. Ich habe ein Buch von Passig und Lobo gekauft. Ich gelobe, es wird nicht wieder vorkommen. Und wenn wir schon peinliche Rückschau halten, es war das Jahr des Pomme d’amour und ein anstrengendes noch dazu. Das war genug der Rückschau, der Blick geht nach vorne.

Wie wird 2009? Wer weiß das schon. Alle beschwören die große Wirtschaftskrise herauf. Ich bin gespannt wie es sich tatsächlich anfühlen wird. Werden überhaupt noch Bücher gekauft? Brauchen Banken noch IT? Sind Versicherungen noch opportun? Werden die ICE-T Züge wieder mit eingeschalteter Neigetechnik fahren? Wird Leipzig auch von Frankfurt aus wieder mit ICEs bedient? Wird das Vertrauen der Menschen untereinander weiter wachsen? Fragen über Fragen und wer wird uns die Antwort geben? Der 31. Dezember 2009, so wir ihn erleben.

In diesem Sinne immer pessimistisch bleiben, dann kann uns nur Positives überraschen.

Guten Rutsch und wir lesen uns nächstes Jahr wieder.

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Wir beginnen bei Adam und Evelyn

Lieber Ingo,

nach dem Krach den ich zuletzt hatte, war es mir eine Wohltat von dir zu lesen.


Die Seiten flogen nur so dahin und ich kann mich erinnern, dass ich nur zwei Mal überhaupt eine Seitennummer wahrgenommen habe. Es war die 228 und die 312. Die 228 wahrscheinlich deshalb, da ich die Bibelzitate schon satt hatte und die 312 da mir hier bewusst wurde, dass das Ende nah ist.

Du hast mich zwar einige Male mit deinen kurzen Dialogsätzen ziemlich aus dem Konzept gebracht (ich wusste nicht mehr wer jetzt eigentlich was sagt und ich begann die Zeilen zu zählen, um wieder die sagende Person zu eruieren), aber im Großen und Ganzen war ich in der Geschichte verstrickt.

Es wurde an manchen Stellen unangenehm, da ich streitende Menschen vor fremden Personen und die Situation in fremden Häusern zu leben und unausgesprochene Spannungen zu fühlen an sich, mir einen Knoten in den Bauch machen, das jedoch liegt wohl an meiner eigenen Vergangenheit und Art und wirkte wohl wie ein Spiegel in den ich ungern hineinblicke. Wer sieht sich schon gerne selbst im Spiegel, außer ein selbstverliebter und eitler Gockel.

Ich hätte die Menschen übrigens alle zu Nichtrauchern gemacht. Aber das liegt wohl daran, dass ich den Gestank nicht aushalte und mir davon schlecht wird. Aber solange das Geruchsbuch noch nicht erfunden ist (wobei ich auch schon Bücher Second Hand gekauft habe und die unfreiwillige Geruchsbücher waren) ist das nur halb so schlimm.

Ich fand am Ende die Danksagung enorm spannend. Vielleicht liegt das wieder an meiner Stalker-Natur. Ich bin ja so neugierig und Einblicke in Hintergründe füttern diese Neugier ein wenig.

Alles in Allem sage ich Danke. Nicht nur für diese Buch, sondern für all die Bücher die ich von dir gelesen habe. Ich hoffe das Schreiben hat nicht zu sehr geschmerzt und die Texte fließen heraus wie sie beim Lesen hinein fließen.

Auf bald,

Ly

PS: Ich mag ja die grünen Lux-em-bur-ger-li von Sprüng-li lieber als die rosa. Wobei ich mich damit ja schon lange übersättigt habe.

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Was die deutsche Regierung so alles schafft

Finanzkrise

Es ist immer wieder erstaunlich wie weitreichend die Macht der deutschen Regierung ist.

Jetzt stoppen sie sogar die Finanzkrise wegen des Börsengangs der Deutschen Bahn.

Faszinierend.

Andernorts bricht eine Bank nach der anderen nieder, aber die deutsche Regierung bleibt cool und bringt die Bahn trotzdem an die Börse.

Eiskalt nenne ich das.

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