Archiv für Leipzig

Obsession

Wovon seid ihr besessen? Vom Teufel? Vom Fluch des Unglücks? Von Angst?

Ich bin davon besessen Schüsseln zu kaufen. Sobald ich in eine Wohnung neu einziehe, kaufe ich eine Schüssel. Wobei es sich dabei nicht um irgendeine Schüssel handelt, sondern um eine aus der ich alles essen kann was mir gerade passt. Ich spreche also nicht von Kloschüsseln, Salatschüsseln oder Dessertschüsselchen, nein weit gefehlt, ich spreche von Suppenschüsseln. Sie haben einen Durchmesser von etwa 12 – 20 cm und sind entsprechend hoch, damit genügend hineinpasst und man sie trotzdem noch mit einer Hand halten kann.

Das ist bei manchen dieser Schüsseln allerdings aus Gründen des Gewichts eine schiere Muskelsache.

Heute lief mir in Leipzig aber die perfekte Schüssel über den Weg. Schlichtes White Bone China, ohne Muster, federleicht und von einer ausgesuchten Schüsseleleganz wie man sie selten findet. Exakt die Größe, die so eine Schüssel haben muss. Es gab sie noch in einer etwas kleineren Ausführung und noch zwei etwas größere Ausführungen, aber die Größe die ich gekauft habe ist perfekt. Ich muss unbedingt das nächste Mal noch mehr davon kaufen, denn und das ist der Clou an der Sache. Die kostete 8,95 Euro. Das ist ein Schnäppchen. Der Slogan der Firma ist Investieren Sie in Essen und nicht in Schüsseln – nein – Geschirr oder so ähnlich.

Und gerade habe ich erkannt, dass die aus der Schweiz sind. Kann das wirklich sein? Immer muss ich nach Leipzig fahren, um solche Kostbarkeiten aus der Schweiz zu finden. Sagenhaft. Und das irre daran, in der Schweiz sind die Sachen auch noch billiger. Mein Downfall…

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Personenfreizügigkeit

Gerade eben, beim Lesen diverser Artikel über die gestrige Abstimmung in der Schweiz zur Weiterführung der Personenfreizügigkeit mit der EU bin ich über ein Wort gestolpert, das ich noch nie gehört oder gelesen habe.

Chropfläärete oder nach Internetrecherche auch Chropfleerete geschrieben.

Viele Seiten beziehen sich auf dieses Wort und keiner erklärt es. Also musste ich auf das Bärndütsch-Wörterbuch zurückgreifen und da steht:

Chropfläärete – Beichte, schwere, unangenehme Gedanken ausschütten.

Das hätte ich nach all den Artikeln die ich mit diesem Wort gefunden hatte übrigens am allerwenigsten erwartet.

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The last one, the very last one, for this year!

So, ich will euch nicht ohne einen letzten Kommentar von mir in die kalte Silvesternacht und damit ins Neue Jahr lassen.

Zieht euch warm an, außer ihr feiert auf Kiribati oder einer sonstigen Südsee-Destination.

Wie waren meine letzten Tage. Sehr erholsam. Sehr, sehr erholsam. Sehr, sehr, sehr… nein jetzt reicht es. Leipzig war mein Schokoladeparadies bei Isa und Alex und ich habe sie jeden Tag belästigt. Ich hoffe ich war nicht zu lästig. Aber nein, ich doch nicht. Gestern dann nach einer Woche Ruhe und Erholung meine Reise nach Wien.

Wien ist genauso schweinekalt wie Leipzig, nur anders. Das liegt wahrscheinlich am Slogan: Wien ist anders. Egal. Silvester die übliche Routine. Essen einkaufen und am schnellsten Wege wieder heim. Die Kopfhörer oder die Lärmschutz-Stöpsel in die Ohren, damit die Feuerwerkskörper mit der in Österreich maximal zulässigen Ladung nicht weh tun, auch wenn sie 3 km weit weg explodieren.

Die Dr. Horrible DVD ist gestern aus Amerika angekommen. Yay! Ein Commentary Musical mit von der Partie und ein normaler Kommentar und ein Making Of und die ELE Applications (wobei mir nur die ersten fünf so wirklich gefallen haben, den Rest habe ich nur angespielt und dann übersprungen). Alles in allem eine Runde Sache die DVD, aber wer hätte schon anderes erwartet. *hehe*

Dies war außerdem das Jahr in dem ich etwas getan habe von dem ich niemals gedacht hätte, dass ich es jemals tun werde. Ich habe ein Buch von Passig und Lobo gekauft. Ich gelobe, es wird nicht wieder vorkommen. Und wenn wir schon peinliche Rückschau halten, es war das Jahr des Pomme d’amour und ein anstrengendes noch dazu. Das war genug der Rückschau, der Blick geht nach vorne.

Wie wird 2009? Wer weiß das schon. Alle beschwören die große Wirtschaftskrise herauf. Ich bin gespannt wie es sich tatsächlich anfühlen wird. Werden überhaupt noch Bücher gekauft? Brauchen Banken noch IT? Sind Versicherungen noch opportun? Werden die ICE-T Züge wieder mit eingeschalteter Neigetechnik fahren? Wird Leipzig auch von Frankfurt aus wieder mit ICEs bedient? Wird das Vertrauen der Menschen untereinander weiter wachsen? Fragen über Fragen und wer wird uns die Antwort geben? Der 31. Dezember 2009, so wir ihn erleben.

In diesem Sinne immer pessimistisch bleiben, dann kann uns nur Positives überraschen.

Guten Rutsch und wir lesen uns nächstes Jahr wieder.

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We’re Home- comes to life from outa the blue

Jaja, gestern war’s. Nachdem ich am Freitag leider unvorhergesehen noch den ganzen Tag in Bern arbeiten musste, konnte ich mich erst am Samstag um 6:04 Uhr in Bern in den Zug setzen und mich auf die Reise nach Leipzig machen.

Das war trotz zweimaligem Umsteigen so etwas von unspektakulär wie schon lange nicht mehr. In Basel erwischte ich sogar noch einen 8 Minuten früher abfahrenden ICE Richtung Mannheim als jenen in dem ich meinen Platz gebucht hatte. Ich war also überpünktlich für meinen Anschluss nach Fulda in Mannheim. Der spätere ICE dann auch, aber sicher ist sicher und wenn ich schon die Chance habe…

Durch die Verlängerung der Reise mit dem ICE nach Fulda (statt FFM) war dann auch die IC-Ersatzzugstrecke nach Leipzig weniger lang und etwas erträglicher.

Ich muss noch erwähnen, dass diese IC Ersatzzüge nach Leipzig zwar sehr geräumig, die Kopfstützen aber irgendwie total verbaut sind. Die Kopfhaltung die man durch die Kopfstützen einnimmt ist so unnatürlich, dass ich danach und auch am nächsten Tag immer Kopfschmerzen habe.

Zudem schmerzt mich heute mein Rücken, ich sollte nicht immer so viel mit mir herumschleppen. Gestern Früh in Bern war dann auch noch der Aufzug zum Bahnsteig kaputt und ich musste meine beiden kleinen Koffer und meine schwere Tasche zu Fuß die Treppe zum Bahnsteig hinunterbefördern. Nach etwa der zehnten Stufe plötzlich ein Stich im Rücken und ich hätte fast Schildkröte am Rücken die Treppe hinunter gespielt. Ich habe dann bis Basel benötigt, um wieder vernünftig atmen zu können. Irgendwann seht ihr mich irgendwo in der Weltgeschichte liegen und unfähig mich zu bewegen. Winkt mir dann einfach, ich freu mich.

Um 14 Uhr dann in Leipzig knapp dem Weihnachtsmann entkommen. Die Einkaufspassage am Hauptbahnhof in Leipzig vor Weihnachten – Hölle.

Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen und musste nach meiner Ankunft und dem nach Hause bringen der Koffer sofort in den Schoko-Laden meines Vertrauens und habe dort netterweise noch ein Stück der Bûche abgestaubt und ein Glas ausgezeichneten Quitten-Wein mit Isa und Alex und einer Freundin der beiden, die Weihnachtsgeschenke brachte und aussah und redete wie Olive Snook aus Pushing Daisies, getrunken. Sie war übrigens auch ebenso klein wie Olive. Faszinierend.

Also, Schoko-Schock nach drei Wochen Abstinenz. Ausgezeichnet. La Chocolaterie hat übrigens seit wenigen Wochen eine neue Homepage. Ein Lob an alle die diese Page entwickelt haben, wem da nicht das Wasser im Mund zusammenläuft und sie oder er selbst, wenn sie oder er in Leipzig ist, sofort dahin läuft, dann handelt es sich entweder um Ninas Körper oder sonst jemanden der mit Schokolade und Zucker absolut nichts anzufangen weiß. Ihr wisst gar nicht was euch damit entgeht. Speziell Nina, die beim Genuss eines einzigen Bissens Coulant Gift und Galle spuckt, aber selber Kokosbusserl in Fondant tunkt die dadurch “Geil wie Affenscheiße” schmecken. Der Ausdruck alleine verursacht dann meinerseits Brechreiz. ;o)

Zurück am Hauptbahnhof zum schnellen Lebensmitteleinkauf im Bioladen und im Käseladen. Den Menschen im Bioladen muss ich noch den Unterschied zwischen “in der Mitte” und “zwischen” beibringen, ansonsten bin ich der Hölle dann wieder ein weiteres Mal schnell nach Hause entflohen.

Viel los war übrigens auch bei der Post, wobei die Leute doch bitte nicht annehmen werden, dass die Post am Samstag den 20. Dezember aufgegebene Sendungen noch vor Weihnachten zustellt. Bitte. Träumer?

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Wenn einer eine Reise macht

Macht. Warum heißt das macht? Tut gefällt mir aber auch nicht.

Right. Freeze-Ray.

Was ist diesmal vorgefallen. Am Donnerstag Nachmittag war ich mit dem Zug auf dem Weg von Bern nach Leipzig.

Mein ICE in Basel SBB stand schon bereit und meinen reservierten Platz hatte ich schon gefunden. Ich war gerade dabei meine Sachen zu verstauen, da steigt eine kleine Gewitterwolke hoch. Mir fehlt etwas Rotes. Ich hatte doch noch etwas Rotes dabei. Mein roter Schal war noch da, aber wo war mein Koffer?

Im Zug von Bern nach Basel SBB habe ich meinen roten Koffer noch liebkost, um ihn dann in Basel SBB in einem Laden in dem ich nur mein dort gekauftes Getränk und meinen Couscous-Wrap im Kopf hatte stehen zu lassen. Wie peinlich und welch Glück, dass die Abfahrt meines Zuges erst in 15 Minuten war. Ich packte also wieder all meine Sachen zusammen und begab mich großen Schrittes in Richtung jenes Laden wo ich den Koffer in eine Ecke stellte, da gerade ein Mann mit seiner riesigen Tasche das Getränke-Kühlregal blockierte und ich mit meinem Koffer da nicht durchkam. Ich kam selbst ohne Koffer fast nicht an dem Typen vorbei der mit seiner Tasche den halben Laden okkupierte. Manche Menschen sind extrem raumgreifend.

Ich also rein in den Laden und da stand er noch. Ein Glück. Die Verkäuferin lächelte und meinte sie hätte eben die Securitrans (die überwachen in der Schweiz die Bahnhöfe) angerufen, man weiß ja nie. Ich erwiderte, ja, man weiß ja nie, merci, nahm meinen Koffer und ging wieder frohen Schrittes zu meinem ICE und meinem reservierten Platz.

Szenenwechsel.

Gestern, Leipzig, Johannisplatz. (Heute Nacht träumte mir, der Johannisplatz schreibt sich Johannispplatz. Warum ausgerechnet so, keine Ahnung.)

Fahrkartenautomat, LVB. Ich.

Ich drücke auf eines der Knöpfchen. Plötzlich kommt mir in den Sinn, hey du kaufst dir ein Vier-Fahrten-Ticket. Gedacht, getan. Leipzig Zone. 7,60 Euro. Nun gut, das war auch schon mal billiger. Der Automat beginnt zu drucken und es dauert eine halbe Ewigkeit bis der Fahrschein heraus kommt. Ich, sehnsüchtig wartend, grabsche nach ihm als er in den Ausgabeschlitz fällt und begebe mich auf die andere Seite der Haltestelle, da ich in Richtung Sommerfeld musste. Genauer gesagt, Edlichstraße. Dabei schaue ich noch einmal auf den Haltestellenplan und ach du grüne Neune. Das ist ja noch Kurzstrecke. Mist 1. Ich kaufe mir also in der Straßenbahn noch ein Kurzstreckenticket.

Für die Rückfahrt brauchte ich dann mein Vier-Fahrten-Ticket und entwerte es. Da fällt mir auf, dass es ziemlich schwierig wird die 3. und 4. Fahrt zu entwerten, da dafür kein Platz auf der Karte vorgesehen ist. Dann sehe ich da “2/4 Fahrtenkarte” aufgedruckt beim Preis 7,60 Euro/2 und Frage mich, wahrscheinlich mit ziemlich verdutzten Gesichtsausdruck. Wo ist meine “2/4 Fahrtenkarte” mit Preis 7,60 Euro/1? Mist 2.

Düsseldorf hat mich verzogen. Dort sind nämlich alle 4 Fahrten auf einem Fahrschein zu entwerten. Leipzig ist da wohl anders und gibt dir bei 4 Fahrten zwei Zwei-Fahrten-Fahrscheine. Jemand da draußen freut sich jetzt über zwei Gratisfahrten dir er im Fahrkarten-Automaten am Johannisplatz gefunden hat. Es kommt ja Weihnachten. Hallelulja.

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