Archiv für Klischee

#2 Genua die Stadt, das Meer

Genua 4.7.2009

Amerikanischer Unabhängigkeitstag. Ok, ich bin nicht in Amerika, sondern nach wie vor in Genua. Fracking Hot Genua.

Ich gehe 5 Minuten nach draußen und ich schwitze als hätte man mich in die Sauna gesetzt und einen Aufguss gemacht. Ich werde alt. Halt. Ich bin alt. ;o) Ich habe mir vorgenommen jetzt wieder ein bisschen Sport zu betreiben. So kann es ja nicht weitergehen mit meiner körperlichen Konstitution. Jetzt muss ich nur noch herausfinden was ich machen könnte. Ein Kickboard habe ich ja schon und nächste Woche bekomme ich noch ein Fahrrad dazu.

Right freeeeeze ray….

Genua. Ich habe mir verkniffen heute ins Aquarium zu gehen, da ich gestern im Ligurienreiseführer gelesen habe, dass am Sonntag in Genua so absolut nichts los sein soll. Deshalb nahm ich mir das Aquarium für morgen vor. Heute habe ich die Via XX. Settembre abgeklappert und mich endlich einmal in diese kleinen Gässchen getraut. Abenteuerlich kann ich euch sagen. Das ist wie ein Labyrinth in einem Ameisenhaufen. Zumindest stelle ich mir das in einem Ameisenhaufen so vor, besucht habe ich ja noch keinen. Irgendwann wurde ich unten aus dem Ameisenhaufen wieder ausgespuckt und war am Hafen. Ausgespuckt hat sich wirklich so angefühlt. Ich war von oben bis unten Nass.

Via Garibaldi.

Wie ich gestern vermutet hatte endete ich auch heute gleich zweimal in der Via Garibaldi, obwohl ich eine ganz andere Richtung eingeschlagen hatte als gestern. Sowohl beim Runtergehen, als auch beim Raufgehen kam ich da durch. Beim ersten Mal habe ich sogar eine klassische Hochzeit erlebt und beim zweiten Mal bin ich dann hinter einer hübschen Frau herlaufend dort über einen Reisteppich gelaufen. Die hübsche Frau arbeitet in einem Manikürladen in der Via ich hab es vergessen, aber ich würde es wiederfinden. Glaube ich jedenfalls. Ich muss ja nur an der Via Garibaldi langgehen. ;o)

Das Frühstück heute morgen war auch sehr interessant. Der Chef dort, so ein alter dicker Mann der kaum noch in seine billige nicht mehr ganz so weiße Plastikanzugjacke (Larry lässt grüßen, aber wie nennt man so etwas wirklich?) passte und die jungen Bedienkräfte die allesamt sehr streng rochen und aussahen als hätte man sie gerade aus dem Bett geholt. Eines Viersternehotels also eigentlich nicht würdig. Das Essen selbst sehr umfangreich, aber verglichen mit den Früchten die ich anschließend in der Markthalle in der Via XX. Settembre sah armselig. Immerhin es gab Croissant mit Vannilepuddingfüllung (yikes!) und auch Joghurt. Morgen muss ich noch das Apfelmus in der Dose versuchen und den Dosenobstsalat. Oder nein, das lass ich besser aus.

Die Markthalle hab ich ja schon angesprochen. Die war schön. So eine richtige Markthalle. Viel reifes Obst (sogar Wassermelonen mit tollen schwarzen Kernen, yum!) und vor allem kleine Zucchini noch mit den Blüten dran. Dann war da viel Fisch, wobei der Fisch leider nicht aussah, als wäre er frisch aus dem Meer, sondern frisch aus der Zuchtfarm. Aber das hat mein Reiseführer ja schon erwähnt und ich bin ihnen auch nicht böse, ich esse ja keinen Fisch. Trotzdem, so eine Markthalle würde ich mir in Bern auch wünschen. So mit richtigem Obst und Gemüse. In Bern haben wir zwar auch einen Markt, aber dort wurde ich noch nie so richtig glücklich. Selbst der Naschmarkt in Wien lässt da einiges zu wünschen übrig.

Jetzt geht es nach einem Nachmittagsschlaf wieder hinaus. Kurz vor 19 Uhr. Da ist es zwar noch viel zu warm draußen, aber ich halte es hier im Zimmer nicht mehr länger aus. Außerdem habe ich Hunger. Mal schauen was ich so auftreiben kann.

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Emo

Eine Frage an meine mitlesenden Blogschreiberinnen und Blogschreiber (auch ehemalige), was versteht ihr unter Emo-Blogging? Ist es ein besonderer Zustand? Ist nicht jeder Blogeintrag ein Befindlichkeitsblogeintrag? Die sachlichen Blogs lassen wir jetzt außen vor, betrachten wir nur die persönlichen Blogs.

Angeregt wurde das Nachdenken darüber durch die kleine Diskussion hier.

Wie steht ihr dazu? Ist es eine Schublade? Darf man zwischen ernstzunehmenden und nicht ernstzunehmenden Schubladen unterscheiden? Ist nicht auch schon das Kategorisieren nach Jahrzehnten ein Schubladenverhalten?

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Juchhu ich bin verliebt…

Ich habe gerade mein Omelette schwer versalzen.

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Österreich und die Geschichte

Mir spukte eben etwas durch den Kopf.

Wie kommt es eigentlich, dass man Österreich (und Österreichern) im Grunde seines Herzen nicht böse sein kann. Egal was dieses Land oder seine Herrscher, in seiner doch schon sehr lange zurückreichenden Geschichte, auch angestellt und welcherart Menschen dieses Land auch hervorgebracht hat. Niemand ist Österreich gram.

Wohingegen, wenn einer in die Welt spaziert und von sich preisgibt Deutscher zu sein, er doch immer, zumindest mit Argwohn beäugt wird. Wenn mir aber jemand zum Beispiel in der Welt begegnet und er erkennt, dass meine Muttersprache Deutsch ist, wird sofort nachgefragt, German?, wenn ich dann erwidere, No, I am from Austria., hört man erst das Steinplumpsen und dann ziehen die Mundwinkel hoch und man ist einer von ihnen.

Das Witzige daran ist ja, dass das in allen Nationen gleich funktioniert, außer in Deutschland. In Deutschland kann dir das höchstens in einem Landesteil passieren in dem sich die dortige Deutschkolonie bereits in der Minderheit befindet und man froh ist sich wenigsten in Deutsch unterhalten zu können, aber sonst wirst du ja schon am Sprachklang als nicht Deutscher oder im besten Fall als Bayer (was ja für den Norddeutschen, Norddeutsch ist übrigens alles was nördlich von Bayern liegt, dasselbe ist) enttarnt und man beginnt über dich im günstigsten Falle bedauernd zu lächeln.

(Ach ja, eine positive Ausnahme gibt es noch zusätzlich und das hat jetzt nichts mit dem Ausländeranteil zu tun. Ihr wisst schon, Leipzig. Dies nur angemerkt, falls es jemand vergessen haben sollte.)

Ich auf der anderen Seite, bin jedoch meist peinlich berührt, wenn ich im Ausland verweilend anderen Österreichern begegne. Ich verstecke mich dann gerne hinter dem Deckmantel Deutschland oder überhaupt. Zumal ein Ösi sowieso nicht erkennt, wenn ich nicht will, dass ich einer der ihren bin.

Warum also, frage ich euch, haben die Österreicher überall einen Stein im Brett?

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So viel Zeit, wenn man krank ist

Ihr werdet es vielleicht schon bemerkt haben, heute ist kein normaler Tag für mich. Ich schreibe zu viel in mein Blog. ;o)

Aber ich bin krank. Eigentlich „nur“ erkältet, aber die letzte Nacht war furchtbar und heute bin ich matsch und die Nase rinnt und der Hals schmerzt und ja das volle Erkältungsprogramm eben. Jetzt habe ich beschlossen trotz aller Arbeit und Sorgen nicht zur Arbeit zu gehen (morgen aber dann wieder, ganz sicher). Dabei hätten wir heute Mittag unser Weihnachtsessen gehabt. So ein Pech auch. Das passiert mir fast schon mit schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr.

Egal. An solch Krankheitstagen ist es natürlich schwer im Bett zu bleiben, zumindest wenn man nicht auch noch an Fieber leidet und im Delirium ist. Deshalb habe ich heute ein bisschen bei meinen mySpace Freunden herumgestöbert. Dabei ist mir unter den Friends von Naomi Fearn (ja der Hintergrund macht die Seite fast unleserlich) plötzlich Nathan Fillion ins Auge gestochen. Der Nathan Fillion. Genau. Wie? Ihr kennt ihn nicht?

Ich liebe Joss Whedon. Besser gesagt, ich liebe Joss Whedons Ideen für TV-Serien und Filme. Deshalb habe ich mir auch im letzten Sommer ein T-Shirt bei PVP bestellt, auf dem zu lesen steht, „Joss Whedon is my Master now!“. Das in Anlehnung daran, dass Joss Whedon George Lucas schon vor einiger Zeit diesen Status abgerungen hat.

Joss Whedon hat jedenfalls die Fernsehserie Buffy The Vampire Slayer erdacht und umgesetzt. Ich bin heute noch ein großer Fan dieser Serie. Mehr später. Irgendwann hat er dann auch noch, nachdem Angel der SpinOff von Buffy schon lief, die Fernsehserie Firefly erschaffen und es wurden davon sogar ganze 14 Episoden gedreht, aber ich glaube nicht alle wurden gesendet. Denn der Sender meinte, das ist zu wenig erfolgreich. *heul* Leichte Erlösung gab es vor zwei Jahren mit dem Film zu Firefly genannt Serenity. (Und bevor mir jetzt jemand mit Ratschlägen kommt, ja ich habe ALLES auf DVD).

Denn diese Serie war gut. Phantastisch. Ganz objektiv gesprochen. ;o) Und in dieser Serie spielte eben Nathan Fillion den Captain der Serenity (die Klassifizierung des Raumschiffs ist Firefly). Man hat nach dem Ende von Firefly Nathan Fillion auch noch bei Buffy als Caleb mitspielen lassen. Caleb war ein nicht ganz so netter Character wie Mal. Und dieser Nathan Fillion hat eine MySpace Seite. Das Witzige daran ist, dass es im Netz einen Firefly-Personality-Test gibt und er diesen verlinkt hat. Er hat den Test auch gemacht und man bescheinigt ihm, dass er nicht Malcolm Reynolds (der Captain der Serenity) ist, sondern mehr eine Kaylee Frye (Jewel Staite, die Schiffsmechanikerin der Serenity). Jewel Staite hat auch eine eigene MySpace Seite (und jetzt auch neu eine eigene Homepage, samt Blog) und sie ist laut Test nicht die Schiffsmechanikerin, sondern der Pilot der Serenity genannt Wash (Alan Tudyk). Joss Whedons Besetzung war also total verkehrt besetzt. ;o)

Was mag ich aber nun an den Serien von Joss Whedon. Ein Psychologe hätte da jetzt wahrscheinlich seine Freude dran. Ich mag die Cliquenbildung, ich mag diese Patchworkfamilien. Sowohl in Buffy, als auch in Firefly/Serenity bekommt man bereits nach kurzem Dabeisein das Gefühl dazuzugehören. Hier wird einem Familie gezeigt wie ich mir zumindest Familie vorstelle. Denn für mich besteht Familie nicht nur aus den Menschen in deren Sippe man hineingeboren wurde, sondern auch aus jenen Menschen die einem unmittelbar als Freunde umgeben. Und zwar als richtige Freunde. Jemand der mit dir durch Dick und Dünn geht. Jemand dem du vertrauen kannst, dem du guten Gewissens den Rücken zukehren kannst und der dir in der Not auch den Rücken freihält. Füreinander da sein, genau das ist es was ich gerne mag, wahrscheinlich deshalb, weil ich es in meinem Leben viel zu sehr vermisse.

Es gibt ganz wenige Menschen in meinem Leben die dieser Kategorie angehören. Für meinen Geschmack viel zu wenige und daher flüchte ich gerne in solche Fernsehserien, speziell jene von Joss Whedon. Es ist die Sehnsucht nach Geborgenheit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und ja in Joss Whedons Familien gibt es auch Charaktere die auf den ersten Blick nicht ganz so loyal sind wie es den Anschein hat. Aber selbst die besinnen sich dann doch darauf, wo sie hingehören.

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