Archiv für Heiter bis wolkig

Ein Geburtstag

Angefangen hat alles gestern Früh, wie halt jeder Tag so in der Früh anfängt. Der Tag war aber was besonderes, für mich halt, sonst ja wohl eher nicht. Ich krabble aus meinem kleinen Bett in das kleine Hotelzimmer und verschwinde kurz mal im kleinen Bad. Zu viel klein? Nee. Zu wenig. Dann Frühstück. Ok. Da waren sogar zwei Menschen die aber gleich das Weite suchten als ich da im Frühstücksraum aufkreuze (dabei merke ich mir vor, auf meinem Zimmer noch einmal den Spiegel zu kontaktieren, man weiß ja nie).

Frühstück war dann ok. Da war alles was man brauchte bis hin zum supermegariesen Croissant. Hab ich natürlich vertilgt. Der Raum war leider etwas frisch, das hat auch die Frühstückschefin bemerkt und auch gesagt. Ich sage, ja etwas frisch, aber macht nichts, dann wird man wenigstens wach (der war so schlecht, dass sogar mir fast schlecht wurde, aber sie hat einen gequälten Lacher losgelassen – ich liebe aufgelockerte Stimmung).

Dann ein bisschen in der Zeitung gelesen, von wegen lichttechnisch toll rot beleuchteter Rhein, wegen der tollen Bambiverleihung. Sah aus als ob da ganz viele Menschen hineingeblutet hätten und erinnerte mich an eine der Plagen des alten Ägypten.

Dann freundlich bedankt und ab ins Zimmer Sachen packen, auschecken und ab zum Zahnarzt. Punkt 9 Uhr da aufgeschlagen. Alles ohne Probleme bis auf die eine Brücke. Sie passt nicht. Ist zu niedrig. Erinnerte mich an die eine Brücke die sie aus Deutschland in die Schweiz gebaut hatten und dann war da in der Mitte ein Niveauunterschied von einem halben Meter, da die Schweizer Meeresspiegel Mittelmeer ansetzten und die Deutschen Meeresspiegel Nordsee. Naja, so ähnlich war das mit meiner Brücke. Die zufällig anwesende Technikerin sagte, oje, aber das machen wir gleich, um 13 Uhr bin ich wieder da. Ich wurde wieder notdürftig versorgt und meine beiden anderen Brücken (ja ganz viele Brücken, sagt euren Kindern sie sollen ordentlich Zähne putzen) wurden eingepflanzt und die gab ich nicht mehr her.

Um 11 Uhr da raus und zum nächsten Arzttermin gehetzt. Blutabnahme. Wie toll. Hab heute noch einen dunkelroten Fleck. Da wieder pünktlich raus und zurück zum Zahnarzt. Wieder pünktlich um 13 Uhr zurück und tatsächlich die Technikerin kommt gleich nach mir. Anprobe. Alles passt. Etwas ungewohnt, aber nicht mehr zu niedrig. Dafür lisple ich, da ich mich ständig in die Tsunge beiße. Wird sich wieder geben. Spätestens wenn das Eck der Tsunge abgeknabbert ist.

Ich beim Zahnarzt um 14 Uhr raus und da noch genug Zeit bis zum Abflug um 17 Uhr war mit dem Bus zum Flughafen, einchecken. Am Weg dorthin habe ich im Bus schon bemerkt, dass die erst zu niedrige und jetzt beißende Brücke wackelt. Hat mir nicht gefallen. Sollte doch nicht so sein. Nach dem Einchecken den Zahnarzt angerufen und gesagt, da wackelt was. Er meint, ja am besten wäre ich würde gleich noch mal herkommen. 14:45 Uhr. Ich, na gut, ich nehme ein Taxi. 15 Minuten später sitze ich wieder auf dem Zahnarztstuhl (eins der schönen Dinge an Düsseldorf ist die Nähe des Flughafens zur Stadt) und die eine Assistenten die das einpflanzen der letzten Krone assistierte meinte, aber sie waren doch gerade schon mal da, nicht? Ich, ja. Mein Gedächtnis ist schwach, gibt es noch schwächere?

Ok, dann kam der Zahnarzt und schaute mal. Brücke sitzt bombenfest. Alles ok, aber da steckt noch ein Krümel zwischen den Kontaktpunkten der beiden Brücken und deshalb kippt sie immer vor und zurück. Krümel entfernt. Brücke kippt nicht mehr. Später erneut im Bus allerdings wieder ein bisschen. Vielleicht liegt es an dem kalt/warm, dass sich die Brücke dehnt und zusammenzieht. Heute ist jedenfalls alles in Ordnung und die Tsunge ist auch schon ein Stück kleiner.

Sicherheitskontrolle Düsseldorf. Kein Pieps diesmal. Ich aber lässig mit den Händen in der Hosentasche durch den Torbogen des Securitychecks gewandert. Der Herr dahinter lächelt und da ich nicht gepiepst hatte winkt er mich durch. Die Steinbeißerin danach keift mich an. „Hände aus der Tasche“. Und fuchtelt danach noch mit ihrem tollen Metalldetektor an meinen leeren Taschen herum. Manche haben ihren Beruf nicht verfehlt.

Ich musste dann noch elendiglich lange auf den Abflug warten. Da wäre sich sogar noch ein vierter Besuch beim Zahnarzt ausgegangen. Rest ereignislos. Die Schweiz eben.

Heute Früh habe ich dann noch für die Belegschaft (das macht man so) 45 Mandelbärli eingekauft. Ich dachte das ist so eine schöne Zahl. In der Firma habe ich dann nachgezählt und die Frau beim Bäcker hat es wohl gut mit mir gemeint, denn ich zählte 46. Dass sie mich damit um ein Jahr älter gemacht hat, war ihr wohl nicht bewusst. Aber den einen hebe ich auf, für nächstes Jahr, dann beiße ich mir daran die Zähne aus und dann kann das Spiel von Vorne beginnen.

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Reisefieber

Ja so ist das, wenn man permanent unterwegs ist. Dann kann es einem, so wie mir gerade heute passieren, dass man in seiner Lieblingsstadt (dies mit etwas Zynismus zu lesen, wobei ich mich frage ob etwas Zynismus überhaupt geht) seinen 45. Geburtstag „feiert“. Noch dazu in einem zwar sauberen (da kann man nicht meckern) Hotel, aber doch mit einem Ambiente das bei leicht depressiven Gemütern dazu führen könnte sich hier einfach mal so aufzuhängen.

Aber ich will mich nicht beklagen, hier gibt es gratis Internet und das ist in anderen Hotels (auch bei wesentlich mehr Sternen) nicht unbedingt üblich.

Am heutigen Tag habe ich wieder einmal bemerkt wie sehr mir eine Abhängigkeit von der Zeit auf den Magen schlägt. Seit Wochen wusle ich nur noch in der kleinen Weltgeschichte herum (Schweiz und Deutschland) und hoffe jedesmal zum einen inständig, dass kein neuer Bahnstreik angesagt wird, und zum anderen, dass ich ganz bald ein paar Tage Ruhe finde. An manchen Abenden merke ich sehr stark, dass ich bereits ein alter Knochen bin. ;o)

Aber Weihnachten kommt bald und vom 22.12. bis zum 5.1. habe ich Ferien. Zwar auch mit einer Verpflichtung zwischendurch, aber die werde ich ganz locker nehmen. Ganz, ganz locker. Ganz, ganz ehrlich.

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So viel ist passiert

Das vergangene Wochenende war sehr ereignisreich. Neben Flugverspätungen im Familienpack gab es nächtelange Gespräche die sich am Tage fortsetzten. Wurden Pläne diskutiert und Ideen geboren. Schwächen verhandelt und Stärken gestreichelt. Hitze weggesteckt und Haare gekürzt. Und zu guter Letzt noch eine Erkältung mit auf die Rückreise gegeben. Eine Erkältung bei fast 38 Grad im Schatten. Der Traum meiner schlaflosen Tropennächte.

Es geht nichts über ein Wochenende in Wien. Vielleicht ein Wochenende in Leipzig. Aber nur wenn es sich anstrengt.

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Falsche Moral?

Ich begehe den Weltklimatag mit einem Wochenende des Nicht-Reisens, frischen Erdbeeren die hier im Land (Schweiz) gewachsen sind, frischem Schweizer Bio-Halbrahm und Bio-Rohrzucker aus fairem Handel.

Was trage ich jetzt damit zum Klimaschutz bei? Wie viel CO2 hab ich damit eingespart? So gut wie nichts.

Denn, die Züge und Flugzeuge sind auch ohne mich unterwegs. Die Erdbeeren aus Holland stehen neben den Erdbeeren aus der Schweiz zum Verkauf. Die Kühe auf der Weide stoßen da wie dort Unmengen an Methan in die Atmosphäre. Und der Zucker ist trotz Bio und Fair-Trade weit gereist.

Was sagt uns das? Der Einzelne ist nichts. Und die Masse ist nicht in der Lage sich ohne Druck auf weit reichende Maßnahmen zu einigen. Der Druck (Zwang) wird aber kommen. Früher als allen lieb sein wird.

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Kein Feiertag

Heute ist hier in Bern kein Feiertag.

Deshalb fahren hier auf der Straße auch viel weniger Wecker-Autos.
Ergo, habe ich verschlafen.

Mir kam übrigens in den Sinn, dass ich noch gar nicht erklärt habe warum dieses Blog, welches eigentlich in der Hauptsache über die Schweiz berichten soll, Luxemburgerli heißt.

Wer es nicht googeln mag, heute Abend mehr. Oder auch nicht. Es ist du Crux mit den Bildern, die mich derzeit sehr behindert.

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