Archiv für Februar 2009

Happy Valendienstag

Was will ich mehr?

Gestern konnte ich das Büro bereits zu einer Zeit verlassen zu der es noch leicht hell draußen war. Was so viel bedeuten kann wie, der Frühling kommt und die Tage werden mit Riesenschritten wieder länger oder ich war wirklich einmal früher dran. Gefühlt war es wohl beides.

Es schneit zwar noch immer mit schöner Regelmäßigkeit jeden Tag, aber dann kommt auch schon wieder die Sonne raus. Das ist momentan ein recht erfreulich anzusehender Wettermix und macht ein bisschen fröhlich. Der Frühling ist nicht mehr fern.

Dann ist heute auch noch Valentinstag, von dem ich als Kind immer angenommen habe, dass er Valendienstag heißt und ich mich die meisten Jahre fragte, warum der immer am 14. Februar ist, da der 14. Februar ganz klar nicht jedes Jahr ein Dienstag sein kann. Rechnen konnte ich, Rechtschreiben wohl noch nicht. Das verhält sich aber heute wie damals. Wobei, nachdem ich in Daniel Kehlmanns Buch das Kapitel mit dem Online-Posting gelesen hatte, wusste ich, es kann mit mir nicht ganz so schlimm sein wie mit der breiten Masse da draußen. Wie war das mit dem Einäugigen unter den Blinden?

Diese Woche gab es übrigens bereits die elfte und vorletzte Folge der zweiten Season von The Guild und gestern startet noch dazu die neue Fernsehserie meines Meisters. Das und ein fast freies Wochenden.

Herz, was willst du wirklich mehr?

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Beeindruckend – Beeindruckender – Kehlmann

Ich habe mir heute Vormittag den neuen Roman von Daniel Kehlmann gekauft. Der wurde im Laden wie eine Droge gehandelt und lag nicht öffentlich aus, sondern wurde nur hinter der Theke gelagert und nur auf ausdrückliches Verlangen ausgegeben.

Im Zug von Leipzig nach Bern wusste ich warum. Ich war high, die ganze Fahrt. Nein, nicht die ganze Fahrt. Es hat nur bis Karlsruhe angehalten, dann war ich das Buch durch (knapp 200 Seiten).

Was würde ich Kehlmann fragen wenn ich ihm einmal in Wien über den Weg liefe:

- Wo hast du deine Ideen?
- Wann schreibst du am liebsten?

Und ich würde sagen, ich habe dein Buch zwischen Leipzig und Karlsruhe gelesen, bis Bern hat es leider nicht gereicht.

Wer jetzt fragt: Was soll das?, dem kann ich nur raten kauft euch Ruhm. Bei Kehlmann scheint sich, so schrieb die Süddeutsche, Genieverdacht zu verdichten. Und das kann ich nur voll und ganz unterschreiben. Es ist faszinierend mit welcher Leichtigkeit er die Worte setzt. Es ist unglaublich wie gebannt ich seine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte verfolgen konnte. Nichts hat mich da rausgebracht. Ich könnte nicht sagen, dass man sehr tief eintaucht und sich in der Geschichte verliert, dazu ist es zu rasant geschrieben. Man surft sozusagen auf den Absatz-Wellen, das trifft es viel besser. Dabei steht der Leser total sicher auf dem Brett, bis er am Ende doch ins Wasser fällt. Abkühlung tut gut.

Ich sehe es absolut nicht unverdient, dass sein Buch auf der Short-List für den Leipziger Buchpreis steht. Ich kenne die anderen Bücher nicht, aber wer imstande ist mit einer derartigen Leichtigkeit den Leser gebannt bei der Stange zu halten, der muss den Preis bekommen. Meine Stimme hätte er.

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Obsession

Wovon seid ihr besessen? Vom Teufel? Vom Fluch des Unglücks? Von Angst?

Ich bin davon besessen Schüsseln zu kaufen. Sobald ich in eine Wohnung neu einziehe, kaufe ich eine Schüssel. Wobei es sich dabei nicht um irgendeine Schüssel handelt, sondern um eine aus der ich alles essen kann was mir gerade passt. Ich spreche also nicht von Kloschüsseln, Salatschüsseln oder Dessertschüsselchen, nein weit gefehlt, ich spreche von Suppenschüsseln. Sie haben einen Durchmesser von etwa 12 – 20 cm und sind entsprechend hoch, damit genügend hineinpasst und man sie trotzdem noch mit einer Hand halten kann.

Das ist bei manchen dieser Schüsseln allerdings aus Gründen des Gewichts eine schiere Muskelsache.

Heute lief mir in Leipzig aber die perfekte Schüssel über den Weg. Schlichtes White Bone China, ohne Muster, federleicht und von einer ausgesuchten Schüsseleleganz wie man sie selten findet. Exakt die Größe, die so eine Schüssel haben muss. Es gab sie noch in einer etwas kleineren Ausführung und noch zwei etwas größere Ausführungen, aber die Größe die ich gekauft habe ist perfekt. Ich muss unbedingt das nächste Mal noch mehr davon kaufen, denn und das ist der Clou an der Sache. Die kostete 8,95 Euro. Das ist ein Schnäppchen. Der Slogan der Firma ist Investieren Sie in Essen und nicht in Schüsseln – nein – Geschirr oder so ähnlich.

Und gerade habe ich erkannt, dass die aus der Schweiz sind. Kann das wirklich sein? Immer muss ich nach Leipzig fahren, um solche Kostbarkeiten aus der Schweiz zu finden. Sagenhaft. Und das irre daran, in der Schweiz sind die Sachen auch noch billiger. Mein Downfall…

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Personenfreizügigkeit

Gerade eben, beim Lesen diverser Artikel über die gestrige Abstimmung in der Schweiz zur Weiterführung der Personenfreizügigkeit mit der EU bin ich über ein Wort gestolpert, das ich noch nie gehört oder gelesen habe.

Chropfläärete oder nach Internetrecherche auch Chropfleerete geschrieben.

Viele Seiten beziehen sich auf dieses Wort und keiner erklärt es. Also musste ich auf das Bärndütsch-Wörterbuch zurückgreifen und da steht:

Chropfläärete – Beichte, schwere, unangenehme Gedanken ausschütten.

Das hätte ich nach all den Artikeln die ich mit diesem Wort gefunden hatte übrigens am allerwenigsten erwartet.

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Ich überlebe, zumindest vorerst

Hier wird die Gangart immer härter. Ich bin sehr motiviert, aber auch sehr müde. Mir ist bewusst, dass es viele Menschen gibt die noch härter arbeiten als ich, trotzdem ist es für mich nicht alltäglich 12 Stunden und längere Arbeitstage zu haben und auch am Samstag und Sonntag zu arbeiten (die Vormittage habe ich zumindest vertrödelt).

Trotz meiner mehr als 60 Stunden in der letzten Woche habe ich nicht alles geschafft was ich mir vorgenommen hatte. Zum Glück ist heute auch noch ein Tag, den ganzen Tag.

Es tut mir echt leid, dass ich derzeit nicht viel zum Blogschreiben komme, es ist nur so schwer mich dazu auch noch zu motivieren. Wenn ich am Abend zwischen 1/2 8 und 1/2 10 heimkomme bin ich nur noch für das Bett zu begeistern.

Immerhin war ich vorletztes Wochenende in Leipzig beim Schokobrunch in meinem Lieblings-Schokoladen. Isa hat ganz viele vegetarische Dinge gekocht. Alles war soooo gut. Es gab sogar ein Brot mit Artischocken und ich Depp habe mein Stück in der Aufbruchstimmung vergessen mitzunehmen. Es war aber ein sehr angenehmer Sonntag mit essen und plaudern und trinken und essen und plaudern und trinken…die Reise danach war auch eine der angenehmsten Reisen die ich seit langem hatte, zumindest bis zum Umsteigen in Basel SBB. Dort habe ich mir wieder einmal meinen Rücken lädiert. Das war atemberaubend, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich freue mich bereits wieder auf meine Auszeit am nächsten Wochenende. Da darf ich am Freitag wieder nach Leipzig fahren. Ganz ohne Bahn-Streik, so hoffe ich. Die IC-Ersatzzüge sind zwar immer noch im Einsatz und ich sehne mich schon sehr das Stück von Fulda bis Leipzig endlich wieder in einem angenehmen Zug reisen zu können, trotzdem es geht nichts über die Vorfreude auf Leipzig.

Am Samstag ist nämlich Crème Brûlée-Workshop und ich bin fast genauso süchtig nach Crème Brûlée wie nach Schokolade. (Wann werde ich mir endlich merken wie die accents zu setzen sind und welche da überhaupt hingehören, das Wörterbuch ist mein bester Freund und Worte wie Crème Brûlée oder déjè-vu stehen auf schon sehr abgenutzten Seiten auf Leo.

Zum Workshop kann man sich sicher noch anmelden, vielleicht sehen wir uns ja da?

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