Archiv für November 2008

Eine Kritik

Darf ich in einer Kritik schreiben wie sehr mich etwas aufgewühlt hat? Und zwar geht es um ein Buch. Wobei eigentlich nicht so sehr um das Buch selbst, denn um eine Kritik zu diesem Buch. Eine Kritik die mich aufhorchen hat lassen, die mich dazu verleitet hat nach diesem Buch zu suchen, von dem ich, nachdem ich die Kritik gelesen hatte, auch schon wieder vergessen hatte wie es heißt und wer es geschrieben hat.

Dummerweise ist mir im Vorfeld des Frankfurter Buchmesse-Stresses zu allem Überfluss entfallen wo diese Kritik geschrieben stand in der es hieß, dass dieses Jahr nur das zweitbeste Buch den Deutschen Buchpreis gewinnen wird, denn dieses in der verlorenen Kritik rezensierte Buch sei nicht nur nicht auf der Shortlist zu finden, sondern war schon gar nicht auf der Longlist dabei.

Vor dreizwei Wochen plötzlich, in Leipzig wo sonst, fiel mir ein, ich könnte doch wieder einmal in die Connewitzer Verlagsbuchhandlung schauen. Die stille Hoffnung in mir tragend dieses Buch zu finden, von dem ich gerade mal ein paar Abrisse des Inhalts in Erinnerung behalten habe. Neue Weltordnung, die Schweiz Kommunistisch, seit 100 Jahren Krieg und Schweizerisch-Salzburg. Da die Connewitzer Verlagsbuchhandlung ein mit Herz geführter Buchladen ist war ich mir ziemlich sicher nicht mit leeren Händen dort wieder rauszugehen.

Ich fand einen “neuen” Treichel. Ebenso dünn und ebenso groß gelettert wie die Vorgänger. Ebenso mit dem Hang die eigene Kindheit aufzuarbeiten, das Schicksal mit dem Vater und naja, wir kennen das ja alle. Ich habe es nicht gekauft. Dann war da das neue Buch von Ingo Schulze, Adam und Evelyn. Und da ich mit seinem letzten Buch sehr viel Spaß hatte, hab ich es mitgenommen. Immerhin, ich war mir ja sicher nicht mit leeren Händen den Laden zu verlassen. Damit war das schon mal abgehakt und ich sehr entspannt.

Und dann war es da. Es sprang mir sofort ins Auge. Das Cover ziert eine Landkarte. Eine sehr alt aussehende Landkarte auf der nichts so ist wie es heute tatsächlich ist. Und nichts so ist, wie es jemals war. Volltreffer. Christian Kracht – Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten.

Sehr übersichtlich ist das Buch. Hat eigentlich treichelsche Ausmaße. Der Verlag bewirbt es mit einem 160 Seiten Roman. So auch der Kritiker der Zeit, denn dort habe ich heute dank Google diese damals gelesene und verlorene Kritik wiedergefunden.

160 Seiten, mitnichten. Die Geschichte beginnt auf Seite 11 und endet auf Seite 149. Ergibt in Summe 138 kleine Seiten mit dicken Abständen, zwischen den, und jetzt verrate ich es, Kurzprosatexten. Man kann ja vieles schönreden. Meine Herren.

Ich habe nichts gegen Kurzprosa. Absolut nichts. Dieses Buch aber als den besten deutschsprachigen Roman des Jahres anzubiedern, das ist ein wenig weit her gegriffen lieber Zeit-Kritiker. Ich kann dem wohl genauso wenig abgewinnen wie die Jury des Deutschen Buchpreises. Ich ärgere mich sogar darüber. (Das lasse ich jetzt so zweideutig wie es ist hier stehen.)

Wer das Buch gelesen hat wird wissen, dass es in Schweizerdeutschem Hochdeutsch geschrieben wurde, gegen das grundsätzlich nichts einzuwenden ist, denn ein bisschen über den Tellerrand zu sehen hat noch keinem geschadet. Ich will da sogar anmerken, dass Leser meines Blogs leichteres Spiel haben werden bei der Lektüre dieses Buches, als solche die nicht meine paar Schweizerdeutschen Brocken die ich hier erklärt habe kennen. Ich empfehle auch nicht über die Worte drüberzulesen, sondern sie nachzuschlagen, tut gut.

Eine Sache hat mich dann aber zur Weißglut gebracht. Abgesehen davon, dass das Buch im Nichts beginnt und im Nirgendwo endet und man dazwischen den Hauptprotagonisten durch verbales Brachland begleitet. Ein Buch mit weniger Spitzen und weniger Höhen hat es wohl schon lange nicht mehr gegeben. Der Leser versinkt im Mittelmaß. Und wir halten uns vor Augen, es ist Kurzprosa. Mal ein Stückchen da erdacht und nicht zu Ende geschrieben und mal ein Fetzen dort ins Moleskin gekritzelt der dann nur noch halb zu entziffern war. So geht es dahin und wir fragen uns wohin? Bis es uns auf Seite 137 plötzlich klar wird: “Es machte keinen Sinn,….”

Fünf Minuten Pause zum Hyperventilieren.

Kann mir jemand verdammt noch mal erklären, warum sich der Lektor gerade hier an dieser Stelle die Brille nicht geputzt hat? Gab es überhaupt einen Lektor? Und wenn ja, hat er die Vorschule schon hinter sich gebracht?

Meine lieben Schweizer Freunde wollen mir ja immer einreden, dass “Es macht keinen Sinn” und “Es macht Sinn” zur Eigenheit der Schweizer Sprache gehört. Da halte ich dann aber immer dagegen, dass genügend Studien existieren die nachweisen wann diese Sinnmach-Sch… angefangen hat. Nämlich in den 80-ern des letzten Jahrhunderts.

Ok, genug darüber, die deutsche Sprache lebt…

Die Geschichte des Buches an sich ist, wie ich schon schrieb – ja, sie ist. Aber mehr schon nicht. Es lässt sich vieles hineininterpretieren, vieles aber wovon ein Deutscher wahrscheinlich wenig Ahnung hat, außer er hat hier mitten in Bern gelebt, ist davon Alltag hier. Wir leben Seite an Seite mit Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen dieser Welt und im Prinzip herrscht hier immer Krieg, sogar unter den Schweizern selbst. Die Deutschen schießen scharf und die Schweizer verteidigen sich. Ob das jetzt kommunistische (wie im Buch) oder nationalistische Schweizer sind, ob das ein Krieg oder nur ein Minderwertigkeitskomplex ist, ist beliebig. Genau so beliebig wie der Text dieses Buches.

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Meine Freunde und Zwetschkenröster

Das sagt man so in Wien. Fragt mich aber nicht woher das kommt, jeder darf selber danach in den Weiten des Netzes suchen gehen. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass ich in Wien bin. Weit gefehlt, da werde ich erst wieder kurz vor Silvester sein. Weihnachten verbringe ich dieses Jahr ganz alleine in Leipzig. Darauf freue ich mich schon. Weihnachten war ich nämlich noch nie da. Wer mir ein Weihnachtsprogramm über die ja doch nicht mehr so weit entfernten Weihnachtsfeiertage empfehlen will. Nur zu, ich nehme was ich bekommen kann.

Rrrrright. Freeze-Ray.

Heute ist ein Tag. So toll. Ich bin Energiegeladen, genau wie der Mann aus dem Westen gesagt hat. Ich fürchte den Montag nicht. Vor allem, da ich mir heute durch mein effizientes Arbeiten einen freien Sonntag erstrebert habe. Ich bin soooo happy. Speziell da mir bewusst ist, dass das der letzte freie Tag für die nächsten zwölf Tage sein wird. Aber dann geht es richtig ans Feiern. Ihr wisst ja dieser Geburtstag kommt schon wieder. Dabei war es mir, als wäre ich erst gestern in Düsseldorf beim Zahnarzt gewesen. Dieses Jahr wird es jedenfalls kein Geburtstag in Düsseldorf. Das ist ja schon mal recht positiv. No offense – Düsseldorfer, ich habt ein nettes Städtchen, aber ich fühle mich überall anders irgendwie wohler. Außer wenn ich bei Frau Lu zu Besuch sein darf. Aber da bin ich ja eigentlich nicht in Düsseldorf, sondern in Gedanken in Frankreich und hüte Alpakas.

Der ganze Freeze-Ray nutzt nichts, wenn ich anschließend gleich wieder abschweife.

Also. Ich mache ja normalerweise keine Werbung hier. Aber ab und an läuft mir etwas über den Weg von dem ich so begeistert bin, dass ich die Begeisterung weitergeben muss. Ich habe mir nachdem meine Monsterpackung Geschirrspültabs nach zwei Jahren zu Ende gegangen ist neue Geschirrspül-Tabs gekauft. Und ich habe mir nicht irgendwelche Tabs gekauft, nein diese wahnsinnig teuren und stylisch geilen finish (Calgonit) Powerball Dinger. Die mit der roten Kugel drin und der Quantum-Technologie. Und ich kann euch sagen, gehet hin und kaufet. So strahlend war mein Geschirr nicht einmal als es Neu war. die Gläser glänzen im Wettbewerb und alles wirklich alles ist sauber. Mit meinen alten Tabs wurde überhaupt nichts sauber. Selbst der Geschirrspüler glänzt nach einer Wäsche als gelte es den Strahlewettbewerb zu gewinnen. Ihr müsst den Tabs übrigens zudem anrechnen, dass wir hier Wasser mit einem Härtegrad von weit über der Skala haben und eigentlich mehr Kalk als Wasser aus der Leitung kommt. Manchmal bin ich echt traurig, dass bei mir nur so wenig Geschirr anfällt und ich maximal einmal pro Woche die Maschine einschalten darf. Sagenhaft.

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Krankheiten zeichnen sich mit Nachdenklichkeit aus, ab, whatever…

Mich hat jetzt doch die Herbst-Erkältung erwischt. Ganz unverhofft und ohne jegliche Vorwarnung. In meiner Umgebung sind sowieso schon lange alle krank, aber dem konnte ich bisher widerstehen. Samstag beim Einkaufen haben die Bakterien mich dann offenbar doch abgeschlagen. Montag begannen die Halsschmerzen. Jetzt lutsche ich giftgrüne Tabletten gegen die Halsschmerzen. Die Dinger sind übrigens ein Phänomen, die machen nicht nur die Zunge grün, nein, die betäuben sie sogar. Der Hals schmerzt trotzdem weiter. Ich müsste sie im Hals lutschen, aber wie macht man das?

Ansonsten finde ich die Welt wie immer nicht in Ordnung. Also kann es mir doch nicht so schlecht gehen. Ein Danke ab und an könnte ich trotzdem vertragen. Das hat doch noch niemandem geschadet oder gibt es dazu Gegenbeispiele?

Über Ideen wie man den November frisch-bunter und nicht verwelkt-bunter gestalten könnte, wäre ich momentan auch sehr froh. Meine Ideen dazu sind wohl verloren gegangen. Vielleicht putzen solche Ideen meine in den letzten Wochen anhaltende nachdenkliche Phase weg. Nicht, dass ich nicht nachdenken möchte, eine kurze Pause wäre aber auch nicht verkehrt.

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Besoffen und cool

Gestern im Bus. Ich schreibe ja üblicherweise nicht über andere, aber in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen. Ich hüpfe also in den Bus und hinter mir eine Frau noch rauchend, ich liebe das ja wenn sie schon im Bus stehen und dann noch einmal an ihrer Zigarette ziehen, ebenso hinein – ähh – gewankt. Sie hat es dann noch auf einen Platz geschafft. Mit einem Mal, nachdem der Geruch der Zigarette etwas vergangen war, kam der Alkoholdunst. Ich kann euch sagen. Ich fuhr zum Glück nur vier Stationen. Wenn ich mit diesem Bus bis in die Stadt gefahren wäre, wäre ich wohl alleine von den Dämpfen betrunken gewesen und drei Tage nicht mehr erwacht.

Dem noch nicht genug, steigt bei der zweiten Station ein Mann ein. Vom Alter schwer einzuschätzen. Er trägt Brille und Armlänge bis zum Knie, seine Arme nicht die Jackenärmel. Vielleicht ist das gerade modern, ich weiß es ja nicht. Er beginnt von Vorne im Bus jeden Sitzplatz genauer zu inspizieren. Und zwar nicht die Sitzplätze die frei sind, sondern jene auf denen jemand sitzt. Er sieht wohl schlechter als es die kleine Brille erahnen lässt. Irgendwann ist er auch Hinten im Bus angelangt und setzt sich neben mich. Seine Augen starrten in alle Richtungen, wörtlich genommen! Kein Wunder also, dass er jeden aus der unmittelbaren Nähe betrachten musste und dabei auch den Kopf so komisch drehte. Wie sollte er sonst fokussieren können.

Von mir ließ er dann bald ab und setzte sich gegenüber neben ein junges Mädchen. Gaffte sie genau so an wie alle anderen und setzte sich dann cool hin. Seine Beine waren übrigens doppelt so lang wie seine Arme, ihr könnt euch also vorstellen wie cool das aussah, als er das eine Bein auf der gegenüberliegenden Seite seines Platzes parkte und eine Hand an der Haltestange festmachte. Dabei natürlich immer cool zu dem Mädl neben sich blickend. Ich beneidete sie nicht. Und ich war froh zwei Stationen weiter aus dem Bus wanken zu dürfen.

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Ausradiert

Leipzig - WiGa im Nebel

Leipzig im Nebel. Es ist als wäre die Welt in einem weiteren Umkreis als 500 m vollkommen ausradiert.

Leipzig - mdr Gebäude nur in tiefen Lagen zu sehen

Das Wintergartenhaus und seine auf ihm drehende Leuchtreklame ist absolut nicht zu sehen. Das WiGa ist hier in der Stadt der Leuchtturm und steht mit dem mdr Gebäude immer in Konkurrenz.

Aber selbst das mdr Gebäude, das tatsächlich nicht weiter als 500 m Luftlinie von mir entfernt ist, ist nicht zu sehen.

Und soll ich euch was verraten?
Mir gefällt das. Es ist kuschelig hier über den Dächern Leipzigs.

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