Danke Leipzig, das wäre aber nicht notwendig gewesen
Leipzig überrascht mich immer wieder. Normalerweise komme ich hier Freitags immer nach 22 Uhr am Bahnhof an und zu dieser Zeit sind die Läden hier, trotz ihrer großzügigen Öffnungszeiten, bereits geschlossen und ich bekomme keine Biomilch mehr im Reformladen.
Das trifft mich immer besonders hart, denn damit fällt das Kartoffelpüree zum Nachtessen und der Kakao zum Zmorge aus.
Gestern war aber alles ganz anders. Leipzig hat keine Kosten und Mühen gescheut und extra für mich eine riesige Willkommensparty am Bahnhof veranstaltet. Da war sehr viel Musik und die Läden am Bahnhof haben dafür ihre Öffnungszeit von 22 auf 24 Uhr verlängert. Extra für mich also Biomilch nach 22 Uhr. Ich war so perplex, ich war so gerührt, ich war so überwältigt, dass ich schnurstracks aus dem Bahnhofsgebäude rannte, ohne mir eine Flasche Milch zu kaufen. Ich wollte nicht, dass jemand meine Tränen der Rührung zu Gesicht bekommt.
Dann hatten die Leipziger aber weiter keine Kosten gescheut und mir sofort eine Straßenbahn zur Verfügung gestellt, als sie gesehen haben, dass ich meinen Weg zu Fuß fortsetzen wollte.
Das war dann aber noch immer nicht alles. Ganz Leipzig war wegen mir auf den Beinen und am Alexanderplatz stand ein riesiges Riesenrad (das haben diese Riesenräder so an sich, riesig zu sein) und sonst noch viele bunte Lichter und Getue. Im Vorbeifahren mit meiner Straßenbahn habe ich still in mich hinein gelächelt. So viel Aufwand für so eine kleine Person wie mich. Danke Leipzig.
Es war phantastisch. Ihr ward phantastisch. Einen kleinen Verbesserungsvorschlag hätte ich leider trotzdem noch anzubringen (ich bin ja eine Ähzezällerin), das nächste Mal malt bitte auch ein paar hübsche Transparente mit “Willkommen Daheim Ly” drauf und erwartet mich damit auf Bahnsteig 11. Das gäbe dem Ganzen einen persönlicheren Touch.


