Leipzig – Buchmesse – 3. Tag
Der Samstag stand dann wie jedes Jahr unter dem Zeichen der Cosplayer. Um 11 Uhr war der obligatorische Cosplay-Wettbewerb. Wir schlugen daher (der Termin wurde uns erst auf der Messe bewusst, aber als gelernte Empathen war das schon am Morgen klar) erst um 13:30 Uhr auf der Messe auf. Gerade noch rechtzeitig für eine am Ende dann doch hitzige Diskussion über Bücher und Thunfischdosen. Viele neue Erkenntnisse hat die Diskussion dann aber nicht gebracht. Wir schalten daher weiter und verdrängen das Gehörte.
Nach einem ausgezeichneten Flammkuchen mit Schafkäse, getrockneten Tomaten und frischem Rucola und dem schlechtesten Cidre den ich in meinem Leben getrunken habe, ging es noch zum Smalltalk zum Avant-Verlag, Hannes raubt mir immer so schön meine Illusionen. Ich gebe ihm ja grundsätzlich Recht, aber andererseits was kostet die Welt und Geld ist sowieso hoffnungslos überschätzt, genau wie Mahler (Video ansehen!) vs. unseren Tod und Mädchen- Comic von Nina Ruzicka ;o).
Mehr war dann auf der Messe selbst nicht mehr zu tun, ich wollte nur noch weg, um nicht die vielen Cosplayer und deren nackte Haut (die man eigentlich gar nicht sehen will) in farblich nicht zu ihrem Typ passenden Kostümen (die man eigentlich auch gar sehen will) weiter betrachten zu müssen. Wir haben dann aber doch noch eine Runde durch den Comicbereich gemacht. Wir waren tapfer und mit einer gehörigen Portion Masochismus an die Sache herangegangen. Es reicht jetzt wieder für ein halbes Jahr. Frankfurt, ick hör dir trapsen!
Abends dann die Release-Party der Tippgemeinschaft ’08 im DLL in der Wächterstraße. Mit einem Moderatoren-Duo dessen eine Hälfte charmant ausgedrückt an Michelle Hunziker und ihre Moderatoren-Auftritte beim Eurovision-Song-Contest erinnerte, einer Leipziger Stadtschreiberin aus Australien (Vanessa Berry) die kein Wort Deutsch sprach und leider auch noch erkältet war und deshalb ihre englische Lesung genervt abbrach und fünf DLL-StudentInnen die ihre Texte vorbrachten. Mein erster Eindruck der diesjährigen Tippgemeinschaft war ein nicht ganz so überzeugter wie jener der vergangenen Jahre. Ich stelle mir ehrlich die Frage, ob sich da nicht gewisse Ermüdungserscheinungen einstellen. Es ist jedoch unfair, ohne die gesamte Tippgemeinschaft gelesen zu haben, ein abschließendes Urteil zu fällen. Ich werde daher später noch einmal darauf zurückkommen.
Ein einziger Text des Abends konnte mich dann aber doch noch halbwegs mit dem dieses Jahr erlebten aussöhnen: Bettina Knoth las Verkehrt. Eine fantastisch fantastische Geschichte.
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