Leipzig – Buchmesse – 2. Tag

Die Katerstimmung nach der 3L ging langsam vorbei und ein Termin war wie jedes Jahr ein Pflichttermin. 11:30 Mehrzweckfläche 4. Das DLL stellt sich vor. Dieses Jahr wieder durch Herrn Treichel. Drei junge Studenten am Beginn ihres zweiten Semesters hatten auch ihre Texte mitgebracht. Kai Gero Lenke sticht dabei am deutlichsten heraus und sein Text über zwei Brüder, einen Hasen und einen Unfall kann überzeugen. So sehr, dass ich, nachdem er mir in den folgenden Stunden auf der Messe gleich zwei Mal zufällig über den Weg läuft, ihn darauf anspreche. Ich habe gelernt, dass Zufälle keine Zufälle sind, sondern das Schicksal.

Nach einem geschäftlichen Mittagessen ging es dann zum nächsten Termin mit Saša bei arte. Er war wie immer charmant, gewinnend und sehr witzig. Er zieht jeden in seinen Bann, speziell natürlich die Frauen. Nicht nur ein Mal habe ich auch im Laufe des Donnerstag Abends in der Moritzbastei erlebt, dass eine Frau fast in Ohnmacht gefallen ist als sie ihn erblickte und sich nach dem Aufwachen dann doch nicht traute ihn anzusprechen. ;o)

Den Link zu einem der Fotos gibt es dann, sobald sie ihrer Bestimmung zugeführt wurden. Kryptisch, ich weiß, aber ich will nichts verraten. Saša sprach im arte-Gespräch über sein neues Romanprojekt, über sein erst kürzlich in Graz uraufgeführtes Theaterstück und auch einiges über sich. Nichts Neues, aber nachdem ich die Erfahrung gemacht habe, dass ihn noch immer nicht die gesamte Menschheit kennt, können solche Wiederholungen nicht schaden. Ich sag nur, Leute, der Mann ist gut. Einer der besten Literaten seiner Generation. Geht also hin und kauft endlich Wie der Soldat das Grammofon repariert, wenn ihr es noch nicht habt.

Danach war der Tag für uns gelaufen (bei arte hat sich noch kurzfristig ein rhizomatisches Gefühl eingestellt, Frau Rakusa tauchte nämlich nach der Aufzeichnung der Sendung noch ebenda auf) und wir verließen eine deutlich stärker besuchte Buchmesse als am Tag zuvor, nicht ohne jedoch vorher ein weiteres Mal bei Reprodukt vorbeizusehen und dort noch zufällig Bodo Dirk treffend (der Organisator des Comic-Salons in Erlangen im Mai) über die Aktivitäten zu Pomme d’amour, unserem aktuellen Comic-Projekt, zu sprechen.

Dann stand noch ein Besuch des besten Schokoladen-Ladens La Chocolaterie in Leipzig an mit der dicksten Trinkschokolade die man sich vorstellen kann und Genüssen der besonderen Art. Kann ich nur jeden Empfehlen, der Zuckerschock hält sich in Grenzen und die Schokolade löst für einige Zeit ein breites Grinsen und Kichern aus. Eines Tages werde ich es auch schaffen am letzten Sonntag eines Monats in Leipzig zu sein, um am dann stattfindenden Schokoladen-Brunch teilzunehmen.

Der Abend war dann mit Absichtserklärungen vollgepackt. Die Lesungen bei Krautgarden in der Baumwollspinnerei waren in unserer Absicht ebenso enthalten wie die Party der Jungen Verlage im Felsenkeller. Wir haben uns dann aber festgeredet, nein, ich habe uns zu Hause festgeredet bis 4 Uhr früh. Pech gehabt. Die Unlust hat mich einfach kurzfristig gepackt.

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