Abschalten

Heute habe ich ein Essay von Miriam Meckel in der Zeit gelesen und kam zu der Erkenntnis, dass ich auch öfter mal abschalten sollte. Nicht, um die Flut mich erreichender E-Mails zu unterbinden, sondern um die Flut von mir geschriebener E-Mails einzudämmen. Ich bin ja auch so eine Aufmerksamkeitsheischerin. Dabei kann ich schon auch ganz gut mit mir alleine zurecht kommen. Die Sucht permanent online sein zu wollen ist allerdings schon sehr präsent in meinem Leben. Ich erkenne das dann auch oft daran, dass ich mir wünsche für eine Woche ohne jegliche Kommunikationsmöglichkeit in Urlaub zu fahren und simpel am Strand sitzend auf das weite Meer zu blicken.

Wozu aber wegfahren um das erreichen zu können? Eigentlich kann ich das doch auch zu Hause. Ich kann ja auch imaginär am Strand sitzen und aufs Meer hinaus blicken. Dabei ist dann aber die Versuchung sehr groß doch den Computer einzuschalten, das Handy zur Hand zu nehmen oder den Hörer des Festnetztelefons (wie altertümlich) abzuheben und eine vertraute Nummer zu wählen. Nennt man das dann schon Sucht? Ich weiß nicht, ob ich nach einer Woche Internetabstinenz zu zittern beginnen würde, ganz sicher würde ich als Ersatzhandlung mein Moleskine zur Hand nehmen und wie früher vollschmieren, aber ist das so sicher? Würde ich nicht eher einfach nur da liegen und sabbernd an die Wand starren? Ich müsste es mal ausprobieren. Wenn es nicht so schwer wäre den Anfang zu machen.

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