Archiv für November 2007

Zahlen

Mir schwirren die letzten Tage beständig große Zahlen im Kopf herum. Wenn es positive wären würde ich daran ja kaum einen Gedanken verschwenden, aber… Ich kann mich kaum auf etwas anderes konzentrieren und proportional mit der Tiefe der Zahlen steigt der Magensäurespiegel Richtung Hals. Wie kann ich dem beikommen? Einfach ignorieren hat eine zeitlang funktioniert, aber es geht davon nicht weg. Am liebsten würde ich ja meine Zahlen an jemanden der mit Zahlen gerne jongliert abgegeben. Aber da muss man erst jemanden finden der das gerne macht und dann auch noch das nötige Vertrauen genießt. Hach, alles muss man selber machen.

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Ein Geburtstag

Angefangen hat alles gestern Früh, wie halt jeder Tag so in der Früh anfängt. Der Tag war aber was besonderes, für mich halt, sonst ja wohl eher nicht. Ich krabble aus meinem kleinen Bett in das kleine Hotelzimmer und verschwinde kurz mal im kleinen Bad. Zu viel klein? Nee. Zu wenig. Dann Frühstück. Ok. Da waren sogar zwei Menschen die aber gleich das Weite suchten als ich da im Frühstücksraum aufkreuze (dabei merke ich mir vor, auf meinem Zimmer noch einmal den Spiegel zu kontaktieren, man weiß ja nie).

Frühstück war dann ok. Da war alles was man brauchte bis hin zum supermegariesen Croissant. Hab ich natürlich vertilgt. Der Raum war leider etwas frisch, das hat auch die Frühstückschefin bemerkt und auch gesagt. Ich sage, ja etwas frisch, aber macht nichts, dann wird man wenigstens wach (der war so schlecht, dass sogar mir fast schlecht wurde, aber sie hat einen gequälten Lacher losgelassen – ich liebe aufgelockerte Stimmung).

Dann ein bisschen in der Zeitung gelesen, von wegen lichttechnisch toll rot beleuchteter Rhein, wegen der tollen Bambiverleihung. Sah aus als ob da ganz viele Menschen hineingeblutet hätten und erinnerte mich an eine der Plagen des alten Ägypten.

Dann freundlich bedankt und ab ins Zimmer Sachen packen, auschecken und ab zum Zahnarzt. Punkt 9 Uhr da aufgeschlagen. Alles ohne Probleme bis auf die eine Brücke. Sie passt nicht. Ist zu niedrig. Erinnerte mich an die eine Brücke die sie aus Deutschland in die Schweiz gebaut hatten und dann war da in der Mitte ein Niveauunterschied von einem halben Meter, da die Schweizer Meeresspiegel Mittelmeer ansetzten und die Deutschen Meeresspiegel Nordsee. Naja, so ähnlich war das mit meiner Brücke. Die zufällig anwesende Technikerin sagte, oje, aber das machen wir gleich, um 13 Uhr bin ich wieder da. Ich wurde wieder notdürftig versorgt und meine beiden anderen Brücken (ja ganz viele Brücken, sagt euren Kindern sie sollen ordentlich Zähne putzen) wurden eingepflanzt und die gab ich nicht mehr her.

Um 11 Uhr da raus und zum nächsten Arzttermin gehetzt. Blutabnahme. Wie toll. Hab heute noch einen dunkelroten Fleck. Da wieder pünktlich raus und zurück zum Zahnarzt. Wieder pünktlich um 13 Uhr zurück und tatsächlich die Technikerin kommt gleich nach mir. Anprobe. Alles passt. Etwas ungewohnt, aber nicht mehr zu niedrig. Dafür lisple ich, da ich mich ständig in die Tsunge beiße. Wird sich wieder geben. Spätestens wenn das Eck der Tsunge abgeknabbert ist.

Ich beim Zahnarzt um 14 Uhr raus und da noch genug Zeit bis zum Abflug um 17 Uhr war mit dem Bus zum Flughafen, einchecken. Am Weg dorthin habe ich im Bus schon bemerkt, dass die erst zu niedrige und jetzt beißende Brücke wackelt. Hat mir nicht gefallen. Sollte doch nicht so sein. Nach dem Einchecken den Zahnarzt angerufen und gesagt, da wackelt was. Er meint, ja am besten wäre ich würde gleich noch mal herkommen. 14:45 Uhr. Ich, na gut, ich nehme ein Taxi. 15 Minuten später sitze ich wieder auf dem Zahnarztstuhl (eins der schönen Dinge an Düsseldorf ist die Nähe des Flughafens zur Stadt) und die eine Assistenten die das einpflanzen der letzten Krone assistierte meinte, aber sie waren doch gerade schon mal da, nicht? Ich, ja. Mein Gedächtnis ist schwach, gibt es noch schwächere?

Ok, dann kam der Zahnarzt und schaute mal. Brücke sitzt bombenfest. Alles ok, aber da steckt noch ein Krümel zwischen den Kontaktpunkten der beiden Brücken und deshalb kippt sie immer vor und zurück. Krümel entfernt. Brücke kippt nicht mehr. Später erneut im Bus allerdings wieder ein bisschen. Vielleicht liegt es an dem kalt/warm, dass sich die Brücke dehnt und zusammenzieht. Heute ist jedenfalls alles in Ordnung und die Tsunge ist auch schon ein Stück kleiner.

Sicherheitskontrolle Düsseldorf. Kein Pieps diesmal. Ich aber lässig mit den Händen in der Hosentasche durch den Torbogen des Securitychecks gewandert. Der Herr dahinter lächelt und da ich nicht gepiepst hatte winkt er mich durch. Die Steinbeißerin danach keift mich an. „Hände aus der Tasche“. Und fuchtelt danach noch mit ihrem tollen Metalldetektor an meinen leeren Taschen herum. Manche haben ihren Beruf nicht verfehlt.

Ich musste dann noch elendiglich lange auf den Abflug warten. Da wäre sich sogar noch ein vierter Besuch beim Zahnarzt ausgegangen. Rest ereignislos. Die Schweiz eben.

Heute Früh habe ich dann noch für die Belegschaft (das macht man so) 45 Mandelbärli eingekauft. Ich dachte das ist so eine schöne Zahl. In der Firma habe ich dann nachgezählt und die Frau beim Bäcker hat es wohl gut mit mir gemeint, denn ich zählte 46. Dass sie mich damit um ein Jahr älter gemacht hat, war ihr wohl nicht bewusst. Aber den einen hebe ich auf, für nächstes Jahr, dann beiße ich mir daran die Zähne aus und dann kann das Spiel von Vorne beginnen.

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Reisefieber

Ja so ist das, wenn man permanent unterwegs ist. Dann kann es einem, so wie mir gerade heute passieren, dass man in seiner Lieblingsstadt (dies mit etwas Zynismus zu lesen, wobei ich mich frage ob etwas Zynismus überhaupt geht) seinen 45. Geburtstag „feiert“. Noch dazu in einem zwar sauberen (da kann man nicht meckern) Hotel, aber doch mit einem Ambiente das bei leicht depressiven Gemütern dazu führen könnte sich hier einfach mal so aufzuhängen.

Aber ich will mich nicht beklagen, hier gibt es gratis Internet und das ist in anderen Hotels (auch bei wesentlich mehr Sternen) nicht unbedingt üblich.

Am heutigen Tag habe ich wieder einmal bemerkt wie sehr mir eine Abhängigkeit von der Zeit auf den Magen schlägt. Seit Wochen wusle ich nur noch in der kleinen Weltgeschichte herum (Schweiz und Deutschland) und hoffe jedesmal zum einen inständig, dass kein neuer Bahnstreik angesagt wird, und zum anderen, dass ich ganz bald ein paar Tage Ruhe finde. An manchen Abenden merke ich sehr stark, dass ich bereits ein alter Knochen bin. ;o)

Aber Weihnachten kommt bald und vom 22.12. bis zum 5.1. habe ich Ferien. Zwar auch mit einer Verpflichtung zwischendurch, aber die werde ich ganz locker nehmen. Ganz, ganz locker. Ganz, ganz ehrlich.

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Persönliches, gefühltes Flughafenranking

Mir ist gestern fast wieder einmal der Kragen geplatzt. Das kommt ja seltener vor als man gemeinhin von mir so annehmen könnte, aber wenn ich in Berlin am Flughafen Tegel (Flughafenkürzel TXL) ankomme oder wegfliege passiert mir das mit schöner Regelmäßigkeit.

Ich motze nicht über die Winzigkeit des Flughafens und ich verstehe auch, dass er bereits aus allen Nähten platzt es ist vielmehr diese Desorganisation ebenda. Ich habe mir gestern wieder einmal gewünscht nicht am neuen C-Gate anzukommen und man hat mich erhört und einen Finger geschickt. Die Passkontrolle verlief zügig (kein Grant gegen die Zöllner am Flughafen, die sind immer freundlich), aber dann dauerte es geschlagene 20 Minuten bis das Förderband mit den Koffern zu laufen begann. In Zürich dauert das bei wesentlich längeren Fahrwegen vom Flugzeug zum Förderband allerhöchstens 12 Minuten, mein Koffer ist manchmal sogar schon da bevor ich am Förderband bin. Es geht also. Warum dauert das in Berlin immer so lang? Und wenn ich sage immer, dann meine ich auch immer in diesem speziellen Fall.

Zweites Ärgernis ist dann den Weg vom Flughafen zum Hauptbahnhof in einer ansprechenden Zeit zu bewältigen. Gestern hatte ich Glück und es dauerte „nur“ 30 Minuten. Da muss ich aber vorausschicken, dass ich den Bus der laut Fahrplan alle 10 Minuten fahren sollte gerade noch so erwischt habe. Es sich also um reine Weg- und Fahrzeit handelt. Üblicherweise ist der Bus gerade am Abend hoffnungslos unterdimensioniert, das führt bei diesem Andrang dann dazu, dass die Türen nie schließen, da diese so dämlich gebaut sind, dass die Lichtschrankenkontrolle sehr weit in den Fahrgastraum reicht und jeder der sich im Türraum aufhält sich unweigerlich schuldig macht die Tür zu blockieren. Da es sich dann auch noch meistens um eine Horde Touristen handelt fruchten die oft sarkastischen Durchsagen des Busfahrers recht wenig und es dauert Ewigkeiten bis man aus einer Station wieder abfahren kann. Dies ist dann, neben dem dichten Abendverkehr, wohl auch ein Grund warum der Bus genannt TXL in 95 Prozent der Fälle horrende Verspätungen hat. Es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass ich mehr als 20 Minuten auf den Bus warten musste und dann die sechs Stationen mit dem Schnellbus in über 30 Minuten zurücklegte. Laut Fahrplan sollte es auch in 20 Minuten gehen. Können oder wollen die Berliner Verkehrsbetriebe da nicht entsprechend reagieren? Meiner Meinung nach gehört da speziell zu den Spitzenzeiten parallel ein zweiter Bus eingesetzt. Damit wären die Busse nicht so überfüllt und die Sache mit der Türe wohl eher kein Problem. Oder in den Spitzenzeiten ein 5 Minutenintervall und zwar ein echtes 5 Minutenintervall, wäre wohl ebenso hilfreich.

Drittes Ärgernis das C-Gate. Das C-Gate wurde neu am Ende des Flughafens gebaut, damit man mehr Platz hat, um den Anforderungen des heutigen Reiseverkehrs gerecht zu werden. Das C-Gate hat aber keine Anbindung an einen Bus und die Anzahl an Taxis die dort auf die Ankommenden warten ist lächerlich gering. So gering, dass es geringer schon gar nicht mehr geht. Ich packe mich dann meist und laufe über Stock und Stein, über Treppen und Holzverschläge zum Hauptgebäude. Dort kommt man zumindest beim Bus TXL raus und kann auch an der Anzeigetafel die nächste Busabfahrt ablesen. Gemeinsam mit gefühlten 50.000 anderen Ankommenden. Also sehe ich mich meist gezwungen zum Taxistand des A-Gates zu laufen. Das ist dann auch wieder eine Weltreise bei der man das kleine A-Gate gefühlte 5 Mal in immer engeren Schneckenhauswindungen umrunden muss, um dann zuletzt an der innersten Windung an der Spitze der Taxischlange anzukommen. Das ist kein Witz, man muss die Taxisschlange von hinten aufrollen um dann am Ende der Schlange in den ersten Wagen einsteigen zu können. Wenn man dann Glück hat erwischt man einen Fahrer der nur lächelt, aber kein Wort spricht, nicht weil er unhöflich ist, sondern weil er des Deutschen nur spärlich mächtig ist. Das sind dann aber immer die angenehmsten Fahrer und eine richtige Erholung bis man nach etwa 15 Minuten den Hauptbahnhof erreicht.

Viertes Ärgernis: Wo ist mein Abfluggate? Am Flughafen TXL gibt es eine Menge Monitore. Auf allen sind die aktuellen Abflüge ersichtlich. Leider immer nur jene die schon fast wieder abgeflogen sind, aber nicht jene die in einer Stunde abfliegen und von denen dann auch noch einer meiner ist. Man braucht aber diese Information unbedingt um einchecken zu können, zumindest am A-Gate, denn es gibt nur direkt am Abflug-Gate die Möglichkeit einzuchecken oder um zu wissen ob man den weiten Weg zum C-Gate bewältigen muss. Irgendwo in der Runde des A-Gates gibt es dann auch eine sehr schlecht zu lesende große Anzeigetafel, und wenn man Glück hat findet sich da dann auch der gesuchte Flug und man kann zum entsprechenden Gate gehen um einzuchecken. Wenn man Pech hat setzt man sich dort wie viele andere auch auf seinen Koffer und wartet bis der Flug am unteren Ende erscheint.
Ganz Ungeduldige machen sich dann schon mal auf den Weg das Kreisrunde A-Gate zu umrunden und bei jedem Gate nachzusehen ob ihr Flug vielleicht direkt am Gate schon angeschrieben steht. Das ist ein heißer Tipp für all jene die noch genug Kraft in den Beinen haben. Aufzupassen gilt es nur niemanden der Artgenossen über den Haufen zu rennen, denn auf diese Idee kommen einige und zudem kommen ja auch noch die regulär in einer Schlange Anstehenden beim jeweiligen Check-In und die Ankommenden des A-Gates hinzu. Das kann bei einer Gangbreite von geschätzten 3 Metern schon mal zum Stau führen, Einbahnregelung gibt es nämlich keine, dafür jede Menge Ecken und Kanten (man bedenke das Gebäude ist fast rund) und Steher mit Bändern die die beim jeweiligen Check-In Anstehenden schützen sollen.

So das ist für heute genug Frust abgeladen. Hier noch wie in der Überschrift angekündigt mein persönliches Flughafenranking. Liebe Flughafenbetreiber, sollte ihr Flughafen hier nicht aufscheinen, dann bitte nicht böse sein, aber ich führe hier nur jene Flughäfen an die ich persönlich mehr als einmal erfahren habe.

1. Zürich (vom Zug bis zum Einsteigen ins Flugzeug und umgekehrt, der absolute Wahnsinn! Ich habe da übrigens noch nie an der Sicherheitskontrolle gepiepst, leider muss ich fast sagen, denn da bekommt man in einem kleinen Häuschen eine Privatdurchsuchung.)

2. Düsseldorf (nachdem er abgebrannt war, wurde er sehr langwierig neu errichtet, sehr geräumig, Sicherheitskontrolle nach dem Motto, ich piepse immer! Deren Zufallspiepsquote liegt bei 70 Prozent und die Geräte sind auch noch so nieder eingestellt, dass schon eine Metallöse am Schuh zuviel anschlägt.)

3. Wien (alt aber gut, wir warten gespannt auf den neuen SkyLink im Jahr 2009, derzeit ist er schon etwas überfüllt)

4. Amsterdam
5. Hamburg
6. Leipzig (nur auf der sechs, da er so ein Hybrid aus alt und neu ist und so klein, dass man ihn schon fast übersehen könnte, wäre da nicht der große Tower, ist aber soweit ok.)

7. Frankfurt
(7 1/2. Berlin Brandenburg International, außer Konkurrenz, da sie sich gerade erst darauf geeinigt haben ihn doch zu bauen und ich schon sehnsüchtig darauf warte.)
8. N.N.
….
257. N.N.
258. Berlin TXL (Tut mir leid, aber die Ausrede „Wie gewachsen“ kann ich nicht gelten lassen.)

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Wer bin ich, wie bin ich, warum bin ich, wo bin ich…und vor allem, wer bist du?

Ich sag‘s euch. Es ist ein Krampf. Ich komme zu nichts. Ständig ist was anderes zu tun. Da arbeiten wir wochenlang an einem Online-Shop Update und kaum ist das erledigt ruft schon meine Firmen-Homepage und das anstehende Comic-Projekt. Oder besser gesagt die anstehenden Comic-Projekte. Erlangen ist nicht mehr lange hin. Und der erste Band von Der Tod und das Mädchen schreit auch schon ganz laut nach einer dritten Auflage.

Dazwischen hab ich dann noch einen 40 Stunden Job unterzubringen und dann verbrauche ich den ganzen heutigen Abend um geschäftlich zu telefonieren und zu mailen. Und in der Früh kann ich nie aufstehen, wobei es leichter fällt seit der Zeitrückstellung. Was mir viel mehr zu schaffen macht ist dieses hin- und herswitchen zwischen den diversen Tätigkeiten. Immer voll konzentriert sein und im nächsten Moment voll konzentriert auf den anderen Job und wieder zurück. Da kann es mir dann schon wie heute passieren, dass ich Menschen in der Arbeit verwechsle, mir deren Namen plötzlich nicht einfallen und ich mich dabei voll in die Nesseln setze. Zum Glück nehmen das die meisten mit Humor, wäre fatal wenn ich einmal an einen gerate der das nicht so locker sieht.

Hab ich schon von der Frankfurter Buchmesse erzählt? Nein, hab ich hier noch nicht. Naja, das muss warten, die kommt ja erst im Oktober 2008. ;o)

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