Es wird Zeit für ein neues Wort.
Ich habe es vor einiger Zeit in den 20 Minuten gelesen (manchmal lese ich das wirklich), jene Tageszeitung die es hier an jeder Bushaltestelle gratis gibt. Da ist viel Werbung drinnen. Auf jeden Fall gibt es täglich ein Horoskop, zwei Sudokus, vier farbige Cartoons und die Wetteraussichten für die nächsten drei Tage auf einer ganzen Seite in mundgerechten Häppchen serviert.
Ab und an findet man da auch Nachrichten drinnen und ganz zu weilen auch mal ein neues Wort.
Da ich in letzter Zeit so geizig mit Worten war, möchte ich mich heute nicht lumpen lassen und präsentiere gleich zwei Novitäten. *beifallschulterklopfenfröhlicheskopfnicken*
Das erste Wort hat anfänglich nicht nur mich verstört, sondern auch die Schweizer die ich nach der Bedeutung selbigen Wortes gefragt habe. Erst der Duden konnte uns richtig erklären um was es eigentlich geht.
Das Wort im Kontext: „Jemand futiert sich um seine Gäste.“ Ja, die Interpretationen dieses Satzes waren mannigfaltig. Bis hin zu „Jemand -biep- auf seine Gäste.“ Ist ja gar nicht so abwegig wenn man weiß, und hier ist gleich ein drittes Wort, vorweggenommen vor dem zweiten, dass das Fütli hierzulande der Hintern ist. Ich weiß, da gibt es andernorts andere Interpretationen, aber die lassen wir hier mal außssen vor.
Ok, zurück zu futiert. Was sagt der Duden dazu? Der Duden sagt: futiert – sich nicht kümmern. Ist also ein Wort französischen Ursprungs. Ein positives Einwort mit einer negierenden Aussage, oder so. Ein Wort jedenfalls wie es im deutschen Sprachraum nicht vorkommt. Oder kennt jemand ein deutsches Wort mit welchem man ohne „nicht“ einen negativen Zustand beschreiben kann?
Der Satz bedeutet also, Jemand kümmert sich nicht um seine Gäste.
Jetzt aber zum zweiten Wort, das ist tatsächlich wohl aus dem Berndütsch entliehen: Ein währschaftes Maitannli.
Das Maitannli muss ich hoffentlich nicht erklären. Wenn doch, es handelt sich um die Maitanne oder in unseren Breiten besser bekannt unter Maibaum. Aber währschaftes. Das war für mich eine Knacknuss die meine Kollegin aber ohne mit der Wimper zu zucken knackte. Ich war erstaunt. Sie ist nämlich keine Schweizerin und schon gar keine Bernerin, nur einfach schon länger hier als ich.
Währschaftes bedeutet so viel wie stattlich. Also, ein stattlicher Maibaum.
So das ist jetzt aber genug für heute, mir schwirrt der Kopf, denn ich hatte heute viel zu viel zu konzentriert zu arbeiten.