Ich bin ja an sich schon kein wirklich geduldiger Mensch (aber geduldiger als so mancher andere). Jedenfalls hat mich die Geduld gestern Abend am Düsseldorfer Flughafen gerettet.
Auf meinem Weg von Zürich über Düsseldorf nach Leipzig, durfte ich, dank der Tatsache, dass sie die Fluggesellschaft mit der ich von Düsseldorf nach Leipzig flog zur Gänze zu den Ferienflieger-Flugsteigen ausquartiert haben, erleben was den ganzen Tag die Security-Menschen erleben. Man versteht dann ein bisschen besser warum manche total genervt sind, obwohl es eigentlich ihr Beruf mitbringen sollte, nicht genervt zu sein.
Zuerst ging sowieso schon alles ziemlich langsam.
Ich muss am Rande anmerken, dass Düsseldorf die Sicherheitsüberprüfungen meiner bescheidenen Meinung nach Hoffnungslos überzogen hat. Die Zufalls-Pieps-Quote der Scan-Maschinen ist zum einen schon extrem hoch, zum anderen sind die Scanner auch noch sehr niedrig eingestellt und schlagen schon an, wenn du eine Zahnspange trägst. Überspitzt ausgedrückt. Gestern konnte ich es sehr deutlich beobachten, da ich mit der gleichen Adjustierung in Zürich ohne piepsen durchkam, in Düsseldorf allerdings piepste, wie in 80 Prozent der sonstigen Security-Checks in Düsseldorf. Auch fingern sie in Düsseldorf in jeder Tasche herum. Allerdings so ungenau, dass sie zum Beispiel in meiner Tasche in den meisten Fällen nur zwei – drei Fächer finden und kontrollieren. Meine Tasche hat viele Fächer in Fächern in Fächern, ist also fast ein Fass ohne Boden.
Aber genug gemotzt über die Düsseldorfer. Vor mir an der Sicherheitskontrolle war jedenfalls eine türkische Familie. Mutter, Tochter und zwei Kinder der Tochter. Alle ein bisschen übergewichtig und schlecht deutsch sprechend. Die Kinder hievten da jedenfalls prall gefüllte Plastiksäcke auf das Band und ich wunderte mich schon. Wir haben ja nur die Erlaubnis im Handgepäck in einem maximal 1 Liter fassenden, wiederverschließbaren, durchsichtigen Plastiksäckchen Flüssigkeiten und Cremes in Tiegeln mit maximal 100 ml Fassungsvermögen transportieren zu dürfen. So einfach wäre das. Mein Zynismus mal beiseite.
Die Tochter fragte noch ob es ok ist, wenn sie Kühlakkus mit an Bord nähmen. Kühlakkus? Die Dame am Band fragte nach und bekam dann noch zu meiner Überraschung das OK des Mannes auf der anderen Seite des Bandes. Kühlakkus enthalten ja keine Flüssigkeiten. Oder? Naja, es dauerte dann jedenfalls ziemlich lange bis all die Plastiktaschen offen und durchsucht waren und was da zum Vorschein kam war verblüffend. Abgesehen vom Üblichen, wie Haarshampoo und sonstige Kosmetikflaschen (die mehr als 100 ml fassten), sowie der Kühlakkus die dann doch nicht OK waren, packte der übergewichtige Junge ein Nutella-Glas aus, das etwa seine Körpergröße hatte. In solchen Momenten stehe ich dann jedenfalls nur noch kopfschüttelnd da. Was soll die ganze Aufklärung vor der Sicherheitskontrolle, wenn sie ohnehin nicht greift.
Aber vor allem, was sollen die ganzen Flüssigkeiten- und Cremen-Verbote, die nichts als Probleme bereitet und absolut keinen Effekt haben, außer dem, dass es immer mühsamer wird zu fliegen. Anschläge auf Flugzeuge wird man damit auch nicht vermeiden können. Dann fliegen halt statt einem, mit der entsprechend notwendigen Menge an Flüssigkeiten, derer fünf. Märtyrer haben sie doch genug.