Archiv für Juni 2007

Alles ist Relativ

Ich bin noch ein abschließendes Protokoll zu Düsseldorf schuldig geblieben.
Ich werde mich auch kurz fassen.
Meine Verweildauer in der Düsseldorfer Wohnung belief sich auf exakt 75 1/2 Klorollen.

Hier in Leipzig hab ich auch schon wieder den Drang meine Verweildauer in Klorollen zu zählen.
Es drängt mich. Ganz schwer. Werde ich dem Drang widerstehen können? Schalten Sie auch morgen wieder ein wenn es heißt…ja, und so weiter.

Für Bern ist das übrigens technisch nicht möglich, da wir zu zweit in der Wohnung leben (für 5 Monate sogar zu dritt) und ich kann schwer heraus rechnen wie groß mein Anteil ist.

Dies ist ein Update zum Einsteinjahr. Das ist auch schon wieder relativ lange her.

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Die EU-Flugsicherheitsvorschriften für Handgepäck

Ich bin ja an sich schon kein wirklich geduldiger Mensch (aber geduldiger als so mancher andere). Jedenfalls hat mich die Geduld gestern Abend am Düsseldorfer Flughafen gerettet.

Auf meinem Weg von Zürich über Düsseldorf nach Leipzig, durfte ich, dank der Tatsache, dass sie die Fluggesellschaft mit der ich von Düsseldorf nach Leipzig flog zur Gänze zu den Ferienflieger-Flugsteigen ausquartiert haben, erleben was den ganzen Tag die Security-Menschen erleben. Man versteht dann ein bisschen besser warum manche total genervt sind, obwohl es eigentlich ihr Beruf mitbringen sollte, nicht genervt zu sein.

Zuerst ging sowieso schon alles ziemlich langsam.

Ich muss am Rande anmerken, dass Düsseldorf die Sicherheitsüberprüfungen meiner bescheidenen Meinung nach Hoffnungslos überzogen hat. Die Zufalls-Pieps-Quote der Scan-Maschinen ist zum einen schon extrem hoch, zum anderen sind die Scanner auch noch sehr niedrig eingestellt und schlagen schon an, wenn du eine Zahnspange trägst. Überspitzt ausgedrückt. Gestern konnte ich es sehr deutlich beobachten, da ich mit der gleichen Adjustierung in Zürich ohne piepsen durchkam, in Düsseldorf allerdings piepste, wie in 80 Prozent der sonstigen Security-Checks in Düsseldorf. Auch fingern sie in Düsseldorf in jeder Tasche herum. Allerdings so ungenau, dass sie zum Beispiel in meiner Tasche in den meisten Fällen nur zwei – drei Fächer finden und kontrollieren. Meine Tasche hat viele Fächer in Fächern in Fächern, ist also fast ein Fass ohne Boden.

Aber genug gemotzt über die Düsseldorfer. Vor mir an der Sicherheitskontrolle war jedenfalls eine türkische Familie. Mutter, Tochter und zwei Kinder der Tochter. Alle ein bisschen übergewichtig und schlecht deutsch sprechend. Die Kinder hievten da jedenfalls prall gefüllte Plastiksäcke auf das Band und ich wunderte mich schon. Wir haben ja nur die Erlaubnis im Handgepäck in einem maximal 1 Liter fassenden, wiederverschließbaren, durchsichtigen Plastiksäckchen Flüssigkeiten und Cremes in Tiegeln mit maximal 100 ml Fassungsvermögen transportieren zu dürfen. So einfach wäre das. Mein Zynismus mal beiseite.

Die Tochter fragte noch ob es ok ist, wenn sie Kühlakkus mit an Bord nähmen. Kühlakkus? Die Dame am Band fragte nach und bekam dann noch zu meiner Überraschung das OK des Mannes auf der anderen Seite des Bandes. Kühlakkus enthalten ja keine Flüssigkeiten. Oder? Naja, es dauerte dann jedenfalls ziemlich lange bis all die Plastiktaschen offen und durchsucht waren und was da zum Vorschein kam war verblüffend. Abgesehen vom Üblichen, wie Haarshampoo und sonstige Kosmetikflaschen (die mehr als 100 ml fassten), sowie der Kühlakkus die dann doch nicht OK waren, packte der übergewichtige Junge ein Nutella-Glas aus, das etwa seine Körpergröße hatte. In solchen Momenten stehe ich dann jedenfalls nur noch kopfschüttelnd da. Was soll die ganze Aufklärung vor der Sicherheitskontrolle, wenn sie ohnehin nicht greift.

Aber vor allem, was sollen die ganzen Flüssigkeiten- und Cremen-Verbote, die nichts als Probleme bereitet und absolut keinen Effekt haben, außer dem, dass es immer mühsamer wird zu fliegen. Anschläge auf Flugzeuge wird man damit auch nicht vermeiden können. Dann fliegen halt statt einem, mit der entsprechend notwendigen Menge an Flüssigkeiten, derer fünf. Märtyrer haben sie doch genug.

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Werbung

jump higherIch wollte jetzt endlich einmal eine Werbung loswerden, die schon vor einiger Zeit in meiner Lieblingszeitung 20 Minuten abgebildet war. Ich will damit jetzt keine Werbung für ein bestimmtes Produkt machen, einfach darüber hinweglesen.

Ich weiß nicht ob ich so eine Werbung schon in Österreich oder Deutschland gesehen habe, denn irgendwie fand ich sie schon stark.

MohrenkoepfeWitzigerweise regt sich in der Schweiz über solcherlei Marketing keiner auf. Ich weiß nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass man in Deutschland oder Österreich da schon auf die Barrikaden gestiegen wäre. Genau wie bei politisch inkorrekten Bezeichnungen von Süßspeisen. Die Schweiz ist auch hierbei resistent.

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Festgenagelt

Duesseldorf_festgenageltWas Navis so alles anzeigen, wurde mir letztes Wochenende bewusst. (Anm. an die Navi-Hersteller: Die A38 hat schon vor langer Zeit ein ganzes Stück zugelegt und die A143 kann man auch benutzen, um dann weiter über die A38 nach Leipzig zu kommen, ganz ohne durch Halle/Saale gondeln zu müssen und ganz ohne Stau auf der A14, bitte um entsprechende Updates).

Jedenfalls sind auf dem letzten Navi, welches in meinem Mietwagen eingebaut war so komische Kreise mit mittig angeordneten Punkten zu sehen gewesen. Ich wusste nicht was das bedeutet. Im deutschen Osten, waren diese Nagelköpfe wie ich sie dann nannte recht selten, in Düsseldorf aber da gab es jede Menge davon. Das hat mich zu dem Schluss veranlasst, dass im deutschen Osten die Welt noch in Ordnung ist, in Düsseldorf aber schon der Putz zu bröckeln beginnt und deshalb ganz viele dieser Nägel in den Erdboden gerammt wurden, damit Düsseldorf nicht von der Erdoberfläche verschwindet. Die verzweifelten, geheimen Rettungsversuche einer Landeshauptstadt.

Ich werde in Zukunft jedenfalls vorsichtig über diese Erde schreiten. Speziell in Düsseldorf.

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Träume

MuschelDa fahre ich gestern in ein großes Einkaufszentrum hier in Leipzig nach Paunsdorf, um noch ein paar Kleinigkeiten im Baumarkt zu erstehen und finde mich wieder in einem Meer aus Kindheitserinnerungen. Die Parkplätze sind hier zwar auch nummeriert, aber jede Gruppe an Plätzen hat eine eigene Bildtafel mit einem Tier drauf abgebildet. Kein Foto, sondern eine bunte Zeichnung wie ich sie aus meinen Kindheitstagen im Kindergarten oder der Grundschule kenne.

Ich wollte erst bei den Löwen parken, aber leider gab es bei den Löwen im Freigehege keine freien Plätze mehr. Löwen sind wohl auch hier die beliebtesten Tiere. Es ist wie im richtigen Leben: „Löwe? Du bekommst keinen Löwen!“

Fisch Ich endete dann im Aquarium. Und selbst da durfte ich nicht bei den Fischen parken, sondern musst mich zu den Muscheln gesellen.

In der Nacht kamen dann die Träume über Parkhäuser und gastronomische Einrichtungen in diesen. Ein Restaurant in dem man sich an- und abmelden musste, wenn man kam oder ging. Und am Ende ein traumhafter Mensch, der auf mich zukam, mich umarmte, mir danach tief in die Augen sah und fragte: „Wann sehen wir uns wieder?“

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